Wind-Ausschreibungen: Der Norden dominiert

Nach Auswertungen der Fachagentur Windenergie ist der Süden Deutschlands der Verlierer bei den Windausschreibungen. 97 % der Zuschläge gingen an Länder nördlich der Main-Linie. Die Politik muss jetzt schleunigst gegensteuern.

Windpark-Baustelle in Niedersachsen: Das Land liegt mit 150 bezuschlagten Anlagen auf Platz zwei nach den ersten drei Ausschreibungsrunden. (Bildquelle: Neumann)

Bei den bisherigen drei Ausschreibungsrunden für neue Windenergieanlagen an Land hat Brandenburg eindeutig die Nase vorn. „211 der 730 Anlagen wurden hier bezuschlagt“, hat Jürgen Quentin von der Fachagentur Windenergie ermittelt. Das entspricht rund 30 % der insgesamt bezuschlagten Anlagenzahl. Wie der Experte auf einer Pressereise der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) in Mecklenburg-Vorpommern gestern (05.12.2017) deutlich machte, liegt Niedersachsen mit 150 Anlagen an zweiter Stelle.

Zu den Gewinnern gehören auch Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen mit jeweils 90 Anlagen. „Bis zur Einführung des Ausschreibungssystems wurden 78 % der Neuanlagen im Norden installiert, 22 % im Süden. Nach den ersten drei Ausschreibungsrunden gingen 97 % der Zuschläge in den Norden“, zeigt er die Entwicklung auf. Dabei hatten sich süddeutsche Projektierer rege an der Ausschreibung beteiligt. Wenn die Bundesregierung die Anlagen besser über ganz Deutschland verteilen will, müsse sie das Ausschreibungsdesign dringend ändern.

Das ist laut Quentin auch bezüglich Versorgungssicherheit wichtig: Die Bundesnetzagentur hat alle Kraftwerke südlich der Mainlinie als „systemrelevant“ eingestuft, sie dürfen also nicht ohne weiteres abgeschaltet werden. Fallen Kapazitäten im Rahmen des Atomausstiegs weg, fehlen Kraftwerke. Daher wäre die Windenergie eine wichtige Option auch in Süddeutschland.

Artikel geschrieben von

Hinrich Neumann

Redakteur Energie

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