Windbranche verliert immer mehr Arbeitsplätze

Die fehlenden Entscheidungen der Bundesregierung provozieren weiteren Stellenabbau, befürchtet die Branche.

Die Krise in der Windbranche zieht weitere Kreise. In dieser Woche hat Marktführer Enercon angekündigt, aufgrund fehlender Aufträge im Inland mehrere hundert Arbeitsplätze zu streichen. Auch eine aktuelle Umfrage unter Betriebsräten der IG Metall Küste zeigt, wie ernst die Lage ist: "Die Auswirkungen auf die Beschäftigten sind dramatisch. Sie spüren den Kostendruck durch die neu eingeführten Ausschreibungen. Durch den Kahlschlag in einigen Unternehmen verliert die Branche wichtiges Know-how und damit ihren Vorteil im internationalen Wettbewerb", sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste. Seit Anfang vergangenen Jahres seien bereits mehr als 2.000 Arbeitsplätze verloren gegangen. Die Unternehmen haben Werke wie Senvion in Husum, Powerblades in Bremerhaven oder Carbon Rotec in Lemwerder geschlossen. Laut der Befragung wird sich diese Tendenz fortsetzen. Bis Ende des Jahres erwarten die Betriebsräte in fast 40 Prozent der Unternehmen einen Personalabbau.

Politische Entscheidungen haben zu der Krise geführt

„Nicht die Nachfrage, sondern klar definierte politische Entscheidungen reduzieren den Markt um 40 Prozent. Dies kann nicht ohne Rückwirkung auf die Beschäftigung bleiben“, kommentiert Hermann Albers, Präsident des Bundesverbandes Windenergie (BWE) die Lage. In den Jahren 2014 bis 2017 wurden in Deutschland durchschnittlich rund 4.600 MW Wind an Land zugebaut. Die mit dem EEG 2017 im Juli 2016 beschlossene Einführung von Ausschreibungen wollte diesen Zubau auf 2.800 MW beschränken. „Allerdings war spätestens mit dem einstimmigen Beschluss von Bundestag und Bundesrat im September 2016 zur Ratifizierung der Pariser Klimaschutzvereinbarungen klar, dass die niedrigen Ausbaukorridore im EEG überarbeitet werden müssen“, sagt Albers.

Bundestagswahl und lange Sondierungs- und Koalitionsgespräche haben laut BWE einen gefährlichen Handlungsstau erzeugt, den die Politik vor der Sommerpause 2018 hätte auflösen können. Denn die Ansätze des Koalitionsvertrages seien ökologisch und ökonomisch sinnvoll: 65 Prozent Erneuerbare bis 2030, Sonderausschreibungen in 2019 und 2020, Bekenntnis zur Sektorenkopplung, Ankündigung von Investitionen in Speichertechnologien, Förderung intelligenter Vermarktungskonzepte und Schaffung von „Reallaboren“ für Power-to-X. „Wann mit der Umsetzung der Energieagenda des Koalitionsvertrages begonnen wird, ist nach wie vor nicht erkennbar“, kritisiert der BWE-Präsident.

Ausschreibungsvolumen ist zu gering

Unternehmen können nicht auf Hoffnung bauen, sie müssen harte ökonomische Kennzahlen betrachten. Der Zubau im so wichtigen deutschen Markt werde im kommenden Jahr auf noch maximal 2.000 MW zusammenbrechen, erwartet der Verband. Dies sei zwei Drittel weniger als im Durchschnitt der Jahre 2014 bis 2017. Nicht der Kostendruck der eingeführten Ausschreibung, sondern die geringen Ausschreibungsvolumen und das fehlerhafte Ausschreibungsdesign in 2017 würden die Windbranche belasten und führten zu gefährlichen Beschäftigungsverlusten. Der Abbau von Beschäftigten bedinge einen Verlust von Know-how in den Unternehmen und untergrabe damit die starke Position deutscher Unternehmen im internationalen Wettbewerb. Die im deutschen Maschinen- und Anlagenbau sowie der Elektrotechnik verankerte Zukunftsbranche mit durchschnittlich 65 Prozent Exportanteil sei massiv bedrängt.

Der BWE fordert daher nach der Sommerpause des Bundestages ein klares Signal, wie und wann die Vereinbarungen des Koalitionsvertrages umgesetzt werden. Ein technologiespezifisches Zeit- und Mengengerüst zur Erreichung des Erneuerbaren Ziels von 65% bis 2030 im Strommarkt müsse noch im Herbst sichtbar werden.


von Christian Bothe

Brauchen wir auch nicht.Es gibt genug Alternativen,um erneuerbare Energie zu erzeugen!

von Wilhelm Gebken

Die Namen der letzten Wirtschaftsminister seit 2013, also die die dafür die Verantwortung tragen sind:

Siegmar Gabriel SPD, Brigitte Zypries SPD, Peter Altmaier CDU.

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