"Windenergie trägt zum Artenschutz bei"

Trotz der Schlagopfer fördert die Windenergie unterm Strich den Artenschutz mehr als sie schadet, findet das niedersächsische Umweltministerium.

Die staatliche Vogelschutzwarte des Landesamtes für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz Brandenburg verzeichnet für Niedersachsen aktuell 521 von Windenergieanlagen getötete Vögel, darunter 106 Greifvögel. Dabei handelt es sich um die gemeldeten und aufsummierten Fälle ohne Angabe von Jahren. Die Schlagopfer gehören zu insgesamt 70 Vogelarten.
Außerdem sind in Niedersachsen 397 Fledermäusegetötet worden, die sich auf zehn Arten verteilen. Das antwortete das niedersächsische Umwelt- und Energieministerium gestern auf eine Anfrage der FDP-Landtagsfraktion.

Die Datenbank beziehe sich nur auf die tatsächlich gemeldeten Fälle, die Zahl der tatsächlich an Windenergieanlagen verunglückten Tiere dürfte höher anzusetzen sein, räumt das Ministerium zwar ein.  Allerdings müssten bei der Beurteilung der Gefahren für die Tierwelt auch die Auswirkungen durch Straßenverkehr, Schienenverkehr, Luftverkehr, Landwirtschaft und sonstige Anlagen berücksichtigt werden. So würden mehrere Studien zeigen, dass auf den europäischen Straßen jährlich zwischen 350.000 und 27 Millionen Vögel sterben. Auch könnte der Klimawandel in Niedersachsen dazu führen, dass sich bei 154 von 196 Brutvogelarten das Verbreitungsareal verkleinert und damit negative Konsequenzen auf die Artenvielfalt und die Bestandszahlen bei Brutvögeln haben wird.

Mit dem Ausbau der Windenergie will Niedersachsen dazu beitragen, den Klimawandel einzudämmen und damit auch einen Beitrag zum Erhalt des heimischen Natur- und Artenhaushalts leisten. Die Windenergie als vergleichsweise kostengünstige und etablierte Technologie bilde das Kernstück der niedersächsischen Energiewende im Stromsektor. Deren Ausbau sei ein wesentlicher Bestandteil nachhaltiger Klima- und Energiepolitik. Zusätzlich soll der Artenschutzleitfaden des Landes dazu beitragen, den Ausbau der Windenergie naturverträglich zu gestalten.

Außerdem soll das Ziel von 20 Gigawatt installierter Windenergieleistung bis zum Jahr 2050 mit modernen und leistungsstärkeren Windenergieanlagen als heute erreicht werden. Statt der über 5700 installierten Anlagen sollen dann 4.000 bis 5.000 Anlagen Strom produzieren. Die neuen Windräder hätten gegenüber älteren Anlagen im Mittel größere Nabenhöhen und geringere Rotordrehgeschwindigkeiten, was die Zahl der Schlagopfer reduzieren könnte.

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