Windenergie

Windkraft-Rekord im Februar

21 Milliarden Kilowattstunden Strom haben deutsche Windräder in den vergangenen vier Wochen erzeugt, zeigen erste Berechnungen. Das belastet aber auch das Stromnetz.

Der windreiche Februar setzt einen neuen Produktionsrekord: Am Monatsende werden voraussichtlich 20,9 Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh) Strom aus Windkraftanlagen erzeugt worden sein. Davon entfallen 17,9 Mrd. kWh auf Windkraftanlagen an Land, offshore steuert 3,0 Mrd. kWh bei. Das zeigen erste Berechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Die Stromerzeugung aus Windkraft-Anlagen übertrifft den bisherigen Rekord um gut ein Viertel: Im bislang stärksten Monat März 2019 produzierten Windenergieanlagen rund 16,5 Mrd. kWh – obwohl der Monat sogar zwei Tage länger war. Grund für den neuen Rekord im Jahr 2020 war das außerordentliche Windaufkommen im Februar mit den Sturmtiefs Sabine, Victoria und Yulia.

Strom wie zwei Kernkraftwerke in einem Jahr

„Die Windkraftanlagen haben im Februar so viel Strom erzeugt wie zwei Kernkraftwerke im ganzen Jahr. Das ist sehr erfreulich und legt zusammen mit der Stromerzeugung aus Photovoltaik die Basis, damit der Einsatz konventioneller Energieträger kontinuierlich zurückgeht“, so Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung.

Damit der Strom aus erneuerbaren Energien vollumfänglich genutzt und die Klimaziele erreicht werden können, müsse zudem alles dafür getan werden, dass der dringend notwendige Ausbau der Nord-Süd- Leitungen vorankommt. „Wichtig sind auch adäquate Rahmenbedingungen für die Sektorenkopplung“, ergänzt Prof. Dr. Frithjof Staiß, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des ZSW. „Eine Neugestaltung der Abgaben und Umlagensystematik im Stromsektor würde wichtige Impulse für die Sektorenkopplung geben und damit den Einsatz von erneuerbarem Strom im Verkehr, im Wärmesektor und in Industrieprozessen – gerade auch die Erzeugung von grünem Wasserstoff – voranbringen.“

Belastung des Stromnetzes und hohe "Entsorgungskosten"

Die starke Zunahme der Windstromproduktion bringt aber auch erhebliche Nachteile mit sich: Die Stromnetze sind zunehmend belastet, weil Speicher fehlen. Die Folge: Windenergie-, Solar- und Biogasanlagen müssen in Zeiten mit weniger Stromverbrauch immer häufiger abgeregelt werden, produzieren also keinen Strom. Dafür erhalten die Betreiber eine Entschädigung. Zudem muss der Strom zu „negativen Preisen“, also kostenpflichtig exportiert werden. „Bei der fiktiv angenommenen dreifachen Leistung der Wind- und Solaranlagen ist bereits abzusehen, dass der überschüssig erzeugte Wind- und Solarstrom in immer größer werdenden Mengen abgeregelt werden muss, um die Versorgung stabil zu halten“, erklärt der pensionierte Prof. Helmut Alt, ehemals Universität Aachen. „ An 76 Stunden wurden im Februar negative Preise registriert. Für uns ist es z.B. unverständlich und untragbar, dass in einem Monat über 2 Milliarden Euro mehr als Subventionen an die Betreiber von Wind- und Solaranlagen ausgereicht wurden als dieser von WEA- und PV-Anlagen erzeugte Strom an der Börse wert war“, ergänzt auch Prof. Sigismund Kobe, pensionierter Physik-Professor, ehemals TU Dresden.


Diskussionen zum Artikel

von Christian Bothe

@Storm

Unsinn! Aber wenigstens kontinuierlich und windunabhängig...

von Ernst Storm

strom

kohle-und Atomstrom belastet die LEITUNGEN!! ernst Storm

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