Klimaschutz

Wir brauchen dringend mehr Tempo beim Klimaschutz! Premium

Prof. Dr. Volker Quaschning von der HTW Berlin erläutert, wo es bei Energiewende aktuell hakt und welchen politischen Einfluss die Fridays-for-Future-Bewegung hat.

Anders, als Kritiker vorhergesagt haben, demonstrierten tausende Schüler auch in den Ferien für mehr Klimaschutz. Was bringt die Fridays-for-Future-Bewegung der Energiewende?

Quaschning: Die junge Generation hat eines bewegt: Klimaschutz und Energiewende werden jetzt nicht mehr nur als Themen von „Ökofanatikern“ wahrgenommen. Politiker, die die Aktivitäten als „Schulschwänzen“ ins Lächerliche gezogen haben, mussten viel Kritik einstecken. Aber nicht nur die Proteste haben ein Umdenken bewirkt. Der zweite Dürresommer nacheinander, die Hitzewelle in Deutschland und die massiven Trockenheitsschäden in den Wäldern haben auch großen Einfluss. Jetzt erkennen auch Laien an den im Juli braun gefärbten Bäumen, dass der Klimawandel sichtbar wird.

Aber immer wieder melden sich Kritiker zu Wort, die den Einfluss des Menschen auf den Klimawandel für gering halten und demnach den Erfolg von CO₂-Einsparungen anzweifeln.

Quaschning: Diese Kritiker kommen oft aus dem eher konservativen politischen Lager. Meist verstecken sie sich hinter obskuren Theorien von wenigen emeritierten Professoren. Ihr Engagement im Internet täuscht aber. Es sind vielleicht ein paar Dutzend Wissenschaftler, die eine andere Meinung haben im Vergleich zu zehntausenden anderen. Wir haben beispielsweise zur Unterstützung der jugendlichen Protestbewegung die Initiative „Scientists-for-future“ mit über 27.000 Wissenschaftlern in Deutschlang gegründet. 99 % der Forscher sind sich heute einig, dass der starke Klimawandel menschengemacht ist und dass wir auch...

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Eine Studie der TU Kaiserslautern kommt zu dem Schluss, dass ein höherer CO₂-Zertifikatepreis effizienter als die Förderung von erneuerbaren Energien sein kann.

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Artikel geschrieben von

Hinrich Neumann

Redakteur Energie

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Diskussionen zum Artikel

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von Jens Geveke

@croonenbroek

immer sollen die anderen anfangen, solange können wir hier weiter machen...Sie fordern, das erst die Kohlekraftwerke in Indien stillzulegen, bevor wir das machen ? Kennen Sie die Argumentation der Inder ? "Die Europäer haben ihren gesamten Wohlstand auf Kohle aufgebaut, und wir Inder sollen das jetzt nicht dürfen ?" Es geht nur, wenn alle gemeinsam CO2 reduzieren. Und es ist wohl nicht zuviel verlangt, dass die Nationen, die in Summe schon am meisten emittiert haben (und dazu gehört Deutschland) damit jetzt auch anfangen, damit die anderen schnell nachziehen. Kennen Sie die CO2-Emissionen pro Kopf, am besten noch Konsumbereinigt ? Dann steht Deutschland relativ weit oben und wir sollten es unterlassen, mit den Finger auf andere zu zeigen, sondern diese in ihrer Entwicklung zu unterstützen. Es gibt nur eine Biosphäre und in der verteilt sich das CO2 sehr gleichmäßig und der daraus verstärkte Treibhauseffekt wird uns in den nächsten Jahrzehnten alle treffen, entweder direkt durch starke Wetterkapriolen oder indirekt über Menschen, die dahin gehen werden, wo man leben kann. Und die wird man mit menschlichen Methoden nicht aufhalten können.

von Bernd Croonenbroek

Erst außerhalb von Deutschland anfangen !!!

Was bringt es in Deutschland alles fürs Klima zu machen und in China und Indien wird alles wieder an CO2 ausgestoßen was in Deutschland mit viel Geld eingespart wurde ???? Ich habe nichts gegen Klimaaktivisten aber die sollen doch bitte die Braunkohle Werke in Indien besetzen !!! ( Das gilt auch für die Grünen)

von Winfried Vees

Lösungen

Viele Dinge sind in unserem Land erdacht und gebaut worden, die schließlich von Anderen nachgebaut worden sind. Warum soll das beim Thema Klimaschutz anders sein? Lösungen mitentwickeln ist die bessere Option! Aber Aufgeben? Noch ein paar schöne Jahre ohne "überflüssige" Entwicklungen? Den "Rest" versaufen, bis nix mehr übrig ist? Feiern bis das Wasser steigt? Mannomann! Was erzählen Sie eigentlich mal Ihren Enkeln?: "War sowieso alles Sinnlos! Ich habe mich dafür eingesetzt nichts zu machen für den Klimaschutz! Tut uns ja leid..."

von Andreas Thiel

Wenn ich mir die Vorgänge...

...in Brasilien anschaue,denke ich das wir deutlich weniger Tempo und auch deutlich weniger Leute brauchen, die denken, das Rad neu erfinden zu können!

von Heinrich-Bernhard Muenzebrock

Ideologie

Wenn man sich das Interview mit dem Prof. durchliest, kommt es einem so vor als wenn Deutschland auf einer Insel liegt und rund um uns nur Wasser. Er hat gute Ideen, die aber nur Step for Step umgesetzt werden können. Alte Solar- und Windenergieanlagen sollten, nach Ablauf der Förderphase, weiter subventioniert werden um Strom für Deutschland zu produzieren. Dabei ist die Speichertechnologie der wichtigste Baustein auf dem Weg in die Zukunft in Deutschland. Am Ende werden der Prof und die Deutschen nichts an dem Klimawandel ändern!! - Allein in China werden weitere 1000 Kohlekraftwerke gebaut. Ein Sturm im Wasserglas

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