Fraunhofer Institut

„Wir brauchen Spielregeln für die Agrophotovoltaik“

Maximilian Trommsdorff vom Fraunhofer Institut für Solare Energie Systeme erläutert, wie eine Norm für Agrophotovoltaik der Landwirtschaft helfen kann und woran die Wissenschaft aktuell arbeitet.

Herr Trommsdorff, Sie arbeiten gerade an einer Norm für die Agrophotovoltaik. Was ist das Ziel?

Trommsdorff: In erster Linie wollen wir mit der geplanten Vornorm definieren, was Agrophotovoltaik überhaupt ist. Aktuell gibt es dafür keinen rechtlichen Rahmen. Das wäre wichtig, damit Landwirte für die überbauten Flächen weiterhin die EU-Beihilfe nach der Direktzahlungsdurchführungsverordnung erhalten. Die Norm soll helfen, die Agrophotovoltaik ganz klar abzugrenzen von herkömmlichen Solarparks.

Wie soll eine Norm dabei helfen?

Trommsdorff: Wir wollen damit Mitnahmeeffekte bei der Beihilfe verhindern. Diese könnten dazu beitragen, die gesamte Agrophotovoltaik (APV) in Misskredit zu bringen, wie es aktuell in Frankreich geschehen ist. Da haben Landwirte eine spezielle Förderung für den Solarstrom von APV-Anlagen erhalten. In einigen Fällen haben sie Gewächshäuser mit Solardächern gebaut, in denen aber kein Gemüse wuchs. Entsprechend verbrannt ist das Thema in der Politik.

Ist neben der EU-Direktzahlung eine höhere Förderung des Stroms nötig?

Trommsdorff: Auf jeden Fall. Wir halten eine Einspeisevergütung von 7 bis 9 ct/kWh für sinnvoll. Zwar sorgt die Doppelnutzung der Fläche über den Verkauf der landwirtschaftlichen Produkte und den Stromverkauf für einen höheren Erlös...


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