Energiewende

Zeitpunkt des Kohleausstiegs bleibt umstritten Premium

Im Ausschuss für Wirtschaft und Energie des Bundestages gab es am 15. Mai eine heftige Diskussion um den Kohleausstieg. Einige Vertreter zweifelten sogar die Ergebnisse der Kohlekommission an.

Die Meinungen über den Kohleausstieg und die damit verbundene Einsparung von Treibhausgasemissionen ist sehr umstritten. Das zeigte eine Expertenanhörung des Bundestagsausschusses für Wirtschaft und Energie am Mittwoch (15. Mai) in Berlin. Dabei stellten die Ausstiegsgegner die Ergebnisse der „Kohlekommission“ grundsätzlich wieder in Frage. Allerdings waren sie deutlich in der Minderheit. Das Gros der angehörten Experten diskutierte nicht ob, sondern wie der Kohleausstieg am besten zu schaffen sei. Der Kohleausstieg gilt als entscheidender Treiber für den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien, insbesondere für den Aufbau von gesicherter Leistung mithilfe von Speichern, Power-to-Gas- sowie Biogasanlagen.

Die Stimmen der Ausstiegsgegner:

  • Die AfD fordert in ihrem Papier mit der Überschrift "Ausstieg aus dem Kohleausstieg" (19/7720) die Bundesregierung auf, Arbeitsplätze in den Kohlerevieren in ihrer ursprünglichen Güte hinsichtlich Tätigkeit, Gehalt und Planungssicherheit zu erhalten.
  • Professor Hans-Günter Appel (Stromverbraucherschutz NAEB) beschied, die von der Kohlekommission vorgeschlagenen Stilllegungen von Kohlekraftwerken führten zu einer Stromversorgungskrise mit Stromausfällen, zu Arbeitsplatzverlusten und Abwanderungen von Industrien, zu weiter stark steigenden Strompreisen, Kaufkraftverlusten der Bürger, höheren Umweltschäden, stärkerer Abhängigkeit von ausländischen Energielieferungen und zu keiner wesentlichen CO₂-Reduktion.

Die Stimmen der Ausstiegsbefürworter

  • Die FDP drängt in ihrem Antrag (19/7696)auf eine Folgenkostenabschätzung und einen Maßnahmenplan für einen Kohleausstieg "mit Verantwortung und Weitsicht". Der Mehrwert eines jeden einzelnen Projekts müsse anhand eines Kriterienkatalogs dargestellt werden.Die Linksfraktion will laut ihrem Antrag (19/7703) ...

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Artikel geschrieben von

Hinrich Neumann

Redakteur Energie

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Diskussionen zum Artikel

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von Gerhard Steffek

Wieder mal eine verlogene Diskussion!

Wenn man den Ausstiegszeitpunkt laut Kohlekommision den Laufzeiten der Kraftwerke gegenüberstellt, dann ist diese Diskussion so überflüssig wie ein Kropf, bzw. genauso verlogen wie so viele andere Sachen die derzeit im Raum stehen. Sei es Nitrat, Glyphosat oder Bienen wird heutzutage nur noch gelogen das sich die Balken biegen? Wenn ich etwas wissen will, dann gehe ich gerne auf Wikipedia. Dort bin ich auch wieder fündig geworden in einer "Liste von fossil-thermischen Kraftwerken in Deutschland" (https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_fossil-thermischen_Kraftwerken_in_Deutschland). Dort wird ersichtlich, daß die meisten Kohlekraftwerke eh schon beschränkte Laufzeiten haben. Das zudem deutlich vor dem geplanten Ausstiegszeitpunkt der Kohlekommision!!! Sicherlich sind dabei ein paar "Saubären", bei denen es nicht schaden würde, könnten die ihre Emissionen senken. Aber gemessen am CO2-Aufkommen der ganzen Welt sind wir eh ein "unbedeutendes Nichts" (https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_gr%C3%B6%C3%9Ften_Kohlenstoffdioxidemittenten). 2,4 % CO2 jagen wir im Verhältnis zur Welt in die Luft (China z.B. 26 %). Dabei sind wir aber hochproduktiv, irgendwie hat es nunmal seine Auswirkungen das wir zum X-tenmale Exportweltmeister sind. Rechnet man den weltweiten Schiffstransport 3 %, die Stahlerzeugung 6 %, die Betonherstellung (Zement) 6 - 9 %, dann wird deutlich wir könnten uns von der Erdoberfläche "wegwischen" und es würde sich nichts ändern. Was wiederum nur verdeutlicht, daß der deutsche Bundesbürger, aber auch der EU-Bürger, von einer bestimmten Klientel verunsichert und verschaukelt wird. Im Vorfeld der EU-Wahlen vielleicht nur aus Gründen des Wahlkampfes um von anderen Debakeln abzulenken, ansonsten aber auch aus kommerziellen Gründen. Ablaßhandel der anderen Art!

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