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  1. Liebe Kollegen in Deutschland,

    wir in Österreich hatten wieder mal richtig Ärger mit "Unlauteren Wettbewerb"mit Spargel zum Saisonbeginn.

    Keine bäuerliche Zwangsinstitution fühlt sich dafür zuständig. Wie ist das bei Euch in Deutschland ?


  2. Hallo Herr Unger, um Antworten auf Ihre Frage zu bekommen, sollten Sie mal konkretisieren, was Sie mit "Unlauteren Wettbewerb" genau meinen. Grüße Christian Brüggemann top agrar-Redaktion


  3. Sehr geehrte Redaktion,

    in der Karwoche wurde heimischer Spargel aus einer g.g.A. Produktion als Lockvogel angeboten.


  4. Hallo,ich begrüße das nennen des Realnahmen. Vielen Dank an die Redaktion, dass sie als gutes Vorbild vorangeht.


  5. Habe das Problem noch nicht ganz verstanden.

    In einem Geschäft bzw. LEH-Kette wurde g.g. A. Spargel als Lockvogel angeboten, um die Leute ins Geschäft zu locken? Und das Angebot ist nur sehr gering gewesen?

    Bei uns in Deutschland dürfte bei so einer Konstellation evtl. die Verbraucherzentrale zuständig sein. Oder eine andere anerkannte Wettbewerbsorganisation bzw. die einzelnen Firmen, die ihren Wettbewerb nach UWG gestört fühlen, können Abmahnungen dagegen durchführen.


  6. Lockvogel ist in der österreichischen Judikatur definiert. UWG auch.

    Es wurde Spargel zu einem jahreszeitlich unangemessenen Preis angeboten, das war die eine Sache (in Deutschland wurde Spargel doppelt so teuer verkauft).
    Zweitens war an 2 Tagen der Aktionswoche Spargel leider nicht lieferbar. Die restlichen Tage der Aktionswoche waren bis zu 10 Karton/Tag verfügbar, daneben palettenweise ausländischer Spargel.
    Weder Agrarmarktverwaltung noch Kammer fühlten sich zuständig. Sie sind die bäuerliche Vertretung und bekommen Abgaben von den Bauern.


  7. Zitat Zitat von heinrichunger Beitrag anzeigen
    Weder Agrarmarktverwaltung noch Kammer fühlten sich zuständig. Sie sind die bäuerliche Vertretung und bekommen Abgaben von den Bauern.
    Wie bereits gesagt: in Deutschland wären wohl die anerkannten Verbraucherschutzorganisationen dafür zuständig, wie z. B. Verbraucherzentrale. Weil das hört sich schon verdammt stark nach Verletzung des UWG an. Da wundert mich nicht, dass Agrarmarktverwaltung und Kammer nicht tätig werden, haben wahrscheinlich keine gesetzliche Handhabe, im Gegensatz zu den Verbraucherschutzorganisationen.


  8. Sehr geehrter Herr / Frau Arching, nicht Verbraucher wurden geschädigt, sondern andere Spargelbauern im Wettbewerb. Sie verloren Kunden, Kunden zahlten dann den marktgängigen Preis nicht oder bestellten ab, also eindeutige Geschäftsschädigung durch die handelnde Firma und des liefernden Landwirtes. Der unlautere Wettbewerb wurde in einer Sondersitzung der Spargelbauern in 3 Belangen bestätigt. 1) Verkauf unter dem Einstandspreis 2) offerierte Ware de facto nicht vorhanden (aufgeputztes Vögelchen, das es nicht zu kaufen gibt = Lockvogel) 3) jahreszeitlich unangemessener Preis In Österreich ist der Verbraucherschutz durch die Arbeiterkammer (sozialdemokratische Partei) geregelt. Als Landwirt bin ich beitragszwangsverpflichtetes Mitglied der Landwirtschaftskammer (christliche Partei), ob ich auch Mitglied bei der Arbeiterkammer (sozialdemokratische Partei) sein könnte, weiss ich nicht. Es würde aber wohl ziemlich blöd für die Landwirtschaftskammer ausschauen, wenn ich bei der Arbeiterkammer als Landwirt besser vertreten wäre als bei der Landwirtschaftskammer. Außerdem leiste ich zwangsverpflichtete Abgaben an die Abteilung des Agrarmarketings. Das sind Abgaben, die mir persönlich Geld kosten, aber für mich nichts bringen. Deshalb leiste ich mir für mein betriebliches Überleben nochmals den rund 4 - 5 fachen Betrag dieser Abgabe für die Bewerbung meines Betriebes. Natürlich sind meine Kosten nicht zur Gegenverrechung erlaubt. Den "Pfluster", den man momentan seitens der bäuerlichen Vertretung in Österreich gegen billige Milch betreibt, ist dagegen ein Lärcherl. Denn das hat keinen einzigen Milchbauern geschädigt.


  9. Zitat Zitat von heinrichunger Beitrag anzeigen
    Sehr geehrter Herr / Frau Arching, nicht Verbraucher wurden geschädigt, sondern andere Spargelbauern im Wettbewerb.
    Das ist in diesem Falle nur zweitrangig, weil Wettbewerbsverzerrungen zwischen Marktteilnehmern stets als indirekt Verbraucherschädigend (zumindest auf Dauer) eingestuft werden. Ich kann hier nur über deutsche Verhältnisse Auskunft geben, soweit dies mir bekannt ist (bin kein Anwalt!): Grundsätzlich ist jedem Marktteilnehmer nach UWG möglich, unlauteres Verhalten selbst abzumahnen, ohne Kammer etc.


  10. Da die Diskussion für mich keine hilfreichen Ergebnisse gebracht hat, bitte ich die Redaktion, meinen Beitrag zu löschen.
    Danke jedenfalls jenen, die sich die Mühe gemacht haben, sachkundig Stellung zu nehmen.