Vereinbarkeit Biohaltung

Ökologische Landwirtschaft: Bio-Legehennen Stall stört Anwohner

Verbraucher wünschen sich Ökotierhaltung und regionale Produkte. Die Ställe dafür will aber niemand vor der Tür haben. Ein Beispiel aus Mecklenburg-Vorpommern.

In Warenshof entstehen derzeit zwei neue Ställe samt Auslauf für insgesamt 12.000 Bio-Legehennen. Laut Nordkurier sollen sie im Januar in Betrieb gehen und zur Hofgut Marxhagen GbR nahe Waren gehören.

Das sorgt beim Tourismusverband Mecklenburgische Seenplatte allerdings für Unmut. Die Urlauber kämen wegen gesunder Landschaft, Kunst und Kultur, heißt es dort. Die Ansiedlung der Hühnerfarm sei sicher auch „in touristisch weniger bedeutsamen Gebieten“ möglich gewesen.“

Zuvor hatten bereits Bürger aus Warenshof fast 1.000 Unterschriften gegen die Anlage des Investors Fritz Horst Melsheimer gesammelt. Es konnten jedoch seitens der Stadt keine Gründe ausgemacht werden, das vom Landkreis geforderte Einvernehmen zu versagen. Nun sind Vogelschützer und Tierhaltungsgegner dazugekommen. Sie errechneten, dass die Hennen 540 t Futter im Jahr bräuchten. Der Dunganfall wird mit 253 t pro Haltungsperiode angesetzt. Er wird in zwei geschlossenen Kotbunkern gelagert.

Projektbegleiter Manfred Manthey gibt im Nordkurier zu bedenken: „Der Ruf nach Bio und unabhängiger Lebensmittelproduktion wird immer lauter, den Tieren soll es besser gehen. Wenn wir aber Anlagen wie diese nicht zulassen, dann werden weiterhin und immer mehr Tiere und eben auch Geflügel aus anderen Ländern kommen. Und da kennen wir die Haltungsformen und das Leben der Tiere noch viel weniger als vor Ort.“

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