Eier

Aldi will bis 2022 Ausstieg beim Kükentöten

Aldi will keine Eier mehr von Lieferanten kaufen, die Küken töten. Die Mehrkosten trage der Discounter. Zur Erkennung im Ei arbeite man mit dem Biotech-Unternehmen PLANTON zusammen.

Aldi Nord und Aldi Süd wollen bis 2022 ihr gesamtes Eiersortiment umstellen, um so das Töten von männlichen Küken in der Schaleneierproduktion zu beenden. Die beiden Discounter kündigten gemeinsam an, deutschlandweit die gesamten Lieferketten für ihre Boden-, Freiland- und Bioeier umzubauen.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner zeigte sich in einer ersten Reaktion in ihrer Politik bestätigt. Die Entscheidung von Aldi zeige, „dass unser Weg richtig war und ist, massiv in die Forschung zur Geschlechterkennung im Ei zu investieren“. Sie habe der Geflügelbranche deutlich gemacht, dass ein flächendeckender Ausstieg aus dem Kükentöten schnellstmöglich umgesetzt werden müsse.

Ziel sei die Beendigung des Kükentötens bis Ende 2021. Ihr Ressort fördere seit 2008 mit mehr als 8 Mio Euro verschiedene Verfahren und Initiativen, mit denen das Töten männlicher Küken überflüssig werde. Neben der Geschlechtsbestimmung im Ei seien das die Aufzucht der Hahnenküken sowie der Einsatz von Zweinutzungshühnern.

Initiativen der Händler

Aldi will laut eigener Darstellung seine Lieferanten und die Forschung ermutigen, „nach neuen Lösungen zu suchen und innovative Technologien auf den Markt zu bringen“. Man sei bereit, die Mehrkosten zu tragen und den Produzenten die Eier „ohne Kükentöten“ abzukaufen, erklärte Tobias Heinbockel von Aldi Nord.

Um ihr Ziel voranzutreiben, stehen die beiden Aldi-Discounter im Austausch mit langjährigen Partnern und verschiedenen Verfahrensentwicklern. Dazu zählt beispielsweise das Biotech-Unternehmen PLANTON. Mithilfe des genanalytischen Verfahrens dieses Unternehmens könne das Geschlecht am neunten Bruttag bestimmt werden; die männlichen Eier würden dann nicht ausgebrütet, erläuterte Aldi.

Derzeit arbeiteten die Entwickler daran, die bereits praxistaugliche Technologie zur Serienreife weiterzuentwickeln, um sie auch anderen Marktteilnehmern zur Verfügung stellen zu können. Rewe hat bereits ein Verfahren zur Geschlechtsbestimmung im Ei entwickeln lassen und verkauft Eier „ohne Kükentöten“ seit Ende 2019 in allen Rewe- und Penny-Filialen in Deutschland.


Diskussionen zum Artikel

von Gerhard Steffek

Eigentlich schon witzig -

welcher Eierproduzent zieht sich denn heutzutage noch seine eigenen Küken? Im Grunde ist doch mit dieser Aussage gar kein Eierlieferant betroffen.

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