Kunden sparen

Bio-Eier derzeit Ladenhüter – Notschlachtung von Hennen

Ein Bio-Geflügelhalter berichtet, dass der Eierverkauf um 30 % eingebrochen ist. Er schlachtet nun hunderte Hennen. Auch der belieferte Bioladen meldet 15 % Umsatzeinbruch.

Dass viele Verbraucher wegen der hohen Inflation zuerst bei Lebensmitteln sparen, spüren wie berichtet besonders die Biolandwirte. Gegenüber dem NDR schilderte nun ein Hennenhalter, was das für seinen Betrieb bedeutet.

Bei Landwirt Everhard Hüseman aus Nordhorn steigen die Kosten für Futter und Energie. In dieser Situation ist der Eierverkauf um etwa ein Drittel eingebrochen. Aus dem Umsatzrückgang zieht der Bio-Bauer nun Konsequenzen: Er will von seinen 1.400 Hühnern demnächst 400 vorzeitig schlachten lassen. "Das sind die ältesten Tiere, die würden normalerweise bis Weihnachten Eier legen", erklärte er dem NDR weiter.

Früher hätte er die geschlachteten Tiere als Suppenhühner vermarkten können, aber auch dort gebe es einen Absatzrückgang. "Wahrscheinlich werden wir dafür bezahlen müssen, dass jemand die Suppenhühner abnimmt", fürchtet er.

Auch einer der Kunden Hüsemanns, ein Bioladen, spürt die Folgen. Der Inhaber sprach im NDR von 15 % weniger Umsatz. Neben der Inflation glaubt er, dass auch die derzeitige Verunsicherung wegen dem Ukrainekrieg dafür verantwortlich ist. Zudem hätten die Menschen während der Corona-Einschränkungen im vergangenen Jahr mehr selbst gekocht. Das sei jetzt vorbei.

Auch konventionelle Lebensmittelgeschäfte verkaufen derzeit geringere Mengen an Bio-Produkten, erfuhr der Sender von einem Eier-Großhändler. Dafür seien Eier aus konventioneller Haltung stärker nachgefragt. Die seien schließlich auch günstiger.


Mehr zu dem Thema

Die Redaktion empfiehlt

Das Wichtigste aus Agrarwirtschaft und -politik montags und donnerstags per Mail!

Mit Eintragung zum Newsletter stimme ich der Nutzung meiner E-Mail-Adresse im Rahmen des gewählten Newsletters und zugehörigen Angeboten gemäß den Datenschutzbestimmungen zu.