Reserveantibiotika

Geflügelverband knüpft Antibiotikareduktion an weitere Zusagen

Bundesagrarministerin Julia Klöckner fordert von den Geflügelhaltern eine Reduktion des Einsatzes von Reserveantibiotika. Der ZDG sagt in Teilen zu, hat im Gegenzug aber eine längere Wunschliste.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) hatte die Geflügelwirtschaft im Juli aufgefordert, den Einsatz von Reserveantibiotika "signifikant" zu senken. Dem NDR liegt liegt nun die Strategie des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) vor.

Darin heißt es nach Senderangaben, dass die Mitglieder das Reserveantibiotikum Colistin in Hähnchen- und Putenställen ab Ende 2023 nicht mehr verwenden sollen. Zudem schlage der Verband vor, den Einsatz von Fluorchinolonen bis Ende 2023 um 20 % zu senken. Im Gegenzug fordert der ZDG, dass diese Wirkstoffe nicht komplett verboten werden. Zudem müssten einige Beschränkungen für andere Wirkstoffe wegfallen. So wünsche man sich eine Anpassung der Wartezeit für Fluorchinolone. Und die Wartezeit für Tetrazyklinen sollte für Eier bei Legehennen komplett abgeschafft werden, so der Geflügelverband.

Außerdem fordert der ZDG, auch in Zukunft Formaldehyd zu Desinfektionszwecken verwenden zu dürfen. Und CE-Kulturen sollten weiter erlaubt bleiben. Dabei handelt es sich um Bakterien, die problematische Erreger im Darm verdrängen und so die Gesundheit von Hühnern und Puten verbessern sollen. Des weiteren wollen die Landwirte Infektionen mit Bakteriophagen bekämpfen dürfen. Diese Viren gelten als Bakterienfresser. In der EU sind Phagenpräparate bisher nicht zugelassen.

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

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Diskussionen zum Artikel

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von Bernd Müller

An die Redaktion

Sie haben zum Teil schon recht und ich finde es in Ordnung, dass Sie Kommentare mit falschem Ton löschen. Ich muss aber auch meinen Kollegen verteidigen. In letzter Zeit äußern sich Wissenschaftler immer wieder zu Themen in denen sie nicht über das nötige Fachwissen verfügen. Die allgemeine Öffentlichkeit kann diese Äußerungen nicht filtern und meinen nur, weil es ein Professor sagt wird es schon stimmen. Da kann einem schon mal die Hutschnur hoch gehen. Dr Brade hat sich im übrigen immer noch nicht zu unseren Fragen geäußert....

von Reinhard Matzat

(...)

Anmerkung der Redaktion

Der Ton dieser Debatte zwischen einigen Schreibern hat sich leider sehr verschärft, dieser Kommentar wurde aufgrund des unfairen Tons gelöscht. Bitte klären Sie Ihre Differenzen privat und nicht mehr an dieser Stelle, vielen Dank!

von Bernd Müller

Herr Dr Brade

Wo bleiben ihre Antworten?

von wilfried Prof Dr. Brade

In der Tat,

genau das ist die Zielrichtung meines Vorschlages: Preiszuschläge für konventionell erzeugte Geflügelprodukte, erzeugt ohne Antibiotikaeinsatz; Preisabschläge für konventionell erzeugte Geflügelprodukte in Abhängigkeit vom Umfang/Art des Antibiotika-Einsatzes. Basis der Bewertung: der Antibiotika-Pass, der ja vorhanden ist. So werden die Tierhalter belohnt, die mit wenig (besser ohne) Antibiotika die Produktion sichern. Das deklarierte Haltungssystem könnte gleichzeitig für den Verbraucher informativer gestaltet werden, wenn es Infos aus dem Antibiotika-Pass künftig zusätzlich integrieren würde. Und der Verbraucher entscheidet mit, da er so erstmalig Infos zur Thematik bekommt... Wilfried Brade, Norddeutsches Tierzucht-Beratungsbüro

von Reinhard Matzat

Ich soll fragen beantworten?

Dann beantworten Sie mal erstmal meine anfangs gestellten Fragen. Ich fühle mich hier wie auf Facebook, wie wenn so ein pubertierender Teenager versucht mir die Landwirtschaft mit seinem erlesenen Wissen zu erklären. Sie sind Ihrer Professur und dem Doktortitel NICHT würdig Herr Brade. Welch eine Schande derer, die dem Titel würdig sind und der TH Hannover, die sich Ihnen und Ihren zusammenhängen, meiner Meinung entledigen sollte. Eine Informationpflicht für die Verbraucher um sie zu informieren mit welchen AB sie eventuell groß gezogen wurden, wird es im Markt auch zu Preis-auf-und-abschlägen kommen. Jetzt stellen sie sich mal vor, ein Kalb das, in den ersten Tagen eine aus Tierschutzgründen würdige AB-behandlung widerfährt ist deswegen am Schlachthof 200-300€ weniger Wert? Was wird wohl der Bullenmäster mit dem Kalb machen? Garantiert nicht den vollen Preis zahlen! Was wird dann wohl der Besitzer des kranken Kalbes machen? Bei diesen Kälberpreisen? Da öffnen wir Tür und Tor für die melitanten Tierrechtsaktivisten die mit solchen Sachen ihre Millionen scheffeln. (das gleiche wie bei den Rindern (das ja ihr Kerngebiet zu seien scheint) kann man auch auf das Geflügel so projizieren) Tierschutz ade!!! Tierqualzucht joheeeee!!!!

von Bernd Müller

Herr Brade

Jetzt reicht es aber! Antibiotika werden vom Tierarzt nach vorheriger Untersuchung verschrieben um unnötiges Tierleid abzuwenden! Natürlich wendet niemand sie einfach „so“ an! Wenn sie angewendet werden sollten natürlich und sind anschließend auch keine Rückstände nach der Wartezeit vorhanden. Es spricht also alles dafür sie anzuwenden wenn es Tierärztlich angezeigt ist. Wenn man es nicht tut macht man sich strafbar!!! Ihre Argumentation ist nicht nur arrogant sondern auch in keinster Weise schlüssig. Sie haben mir noch immer nichts zur nachweislich erhöhten Mortalität in der Bioproduktion gesagt. Diese ist nämlich nur durch einen künstlich niedrig gehaltenen Medikamenteneinsatz zu erklären. Resistenzen entstehen, und das müssten Sie eigentlich wissen, in erster Linie durch falschen Ab-Einsatz ohne Antibiogramm und zu kurzen Einsatz. Dieses ist im Humanbereich leider der Fall. Ein verschwindend geringer Teil der Mrsa im Krankenhaus kommen aus der Tierhaltung! Hiervon könnte man jetzt noch die natürlich vorhandenen Mrsa abziehen. Wie erklären Sie sich, dass Landwirte mit Intensivtierhaltung weniger mit Mrsa belastet sind als Nichtlandwirte? Ich hätte gern von Ihnen Antworten zu diesen Fragen. Bisher kamen nämlich keine. Sollte man von einem Akademiker erwarten, der meint etwas zu dem Thema sagen zu können.

von wilfried Prof Dr. Brade

Lieber Herr Müller,

ich bin über Ihre Argumentation entsetzt! Würde man Antibiotika-Rückstände im Fleisch feststellen, dürfte es nicht in den Verkehr gebracht werden... Der Einsatz, speziell der sogenannten Reserve-Antibiotika, aber generell auch übriger Antibiotika in der Tierhaltung ist deshalb zu hinterfragen, um das Risiko der Resistenzbildung zu reduzieren..... Bakterien können nämlich Gene austauschen. Diesen Vorgang nennt man Konjugation (= durch einen direkten Zell-Zell-Kontakt).... Dabei möchte ich mich überhaupt nicht als Besser-Wisser aufspielen. Das ist nämlich Bestandteil des Biologie-Unterrichts heute bereits in jeder 9. bzw. 10. Klasse...…….. Diese veränderten Bakterien können dann (z.B. mit dem Stallmist und andere Pfade) in die Umwelt gelangen.... Darum ist der Einsatz von Antibiotika in der Tat grundsätzlich negativ? Es tut mir sehr leid. Ihrer Argumentation kann man schlicht nicht folgen! Wilfried Brade, Norddeutsches Tierzuchtberatungsbüro

von Bernd Müller

Dr Brade

Was wollen Sie denn alles aufgezeichnet haben? Zu hohe Mortalität in der Biohaltung? Schlechtere Klimabilanz? Und und und... Warum ist der Ab Einsatz grundsätzlich negativ? Es sind keine Rückstände im Fleisch feststellbar! Den Verbraucher interessiert es nicht. Biogeflügelfleisch ist auch ausgezeichnet und es kauft kein Mensch, kleiner 1%.

von wilfried Prof Dr. Brade

Heute zum Welt-Antibiotika-Tag! Mein Vorschlag!

Lieber Herr Matzat, das Wichtigste haben Sie leider wieder nicht erkannt/beantwortet: bisher erfährt der Verbraucher vom Umfang und der Verwendung spezifischer Antibiotika im angebotenen Produkt leider Nichts. Und es ist auch bisher nicht Bestandteil zur Klassifizierung des (konventionellen) Haltungssystems...... Es bleibt alles anonym...…Auch Ihr Bericht...(versinkt in der Anomymität) Mein Vorschlag zielt deshalb auf eine Abkehr von der Anonymität des Antibiotikaeinsatzes; beginnend in der Geflügelhaltung durch Einbeziehung in ein offizielles Haltungsklassifizierungssystem . Erst dann werden diejenigen in Ihrer Arbeit belohnt, die weniger Antibiotika einsetzten als andere...…. Danke! W. Brade. Norddeutsches Tierzuchtberatungsbüro

von Reinhard Matzat

Ich kann Herrn Müller nur zustimmen

Das was sie Herr Brade mit dem AB-Pass vorschlagen ist ein sowas von alter Käse der wiedermal beweißt das Sie 0,0 Ahnung von der Materie haben. Das machen wir schon längst und bei mir ist das so, das ich 2 Tag vor dem Schlachttermin den Mastbericht vorab zu schicken habe, und der Schlachthof enstscheidet welcher Abnehmer das Fleisch bekommt, das heist jeh nach den was, bzw. wenn überhaubt AB eingesetzt wurden sind, geht das Fleisch zu den entsprechenden Abnehmern. Das wird alles schon Praktiziert. Sie haben sich hiermit genauso selbst blos gestellt, wie es der Hamburger UmweltSenator, Herr Jens Hinrich Kerstan auf der Hamburger Demo am 14.11.19, bezüglich der Nitratbelastung des Hamburger Trinkwasser im Stadtgebiet, es getan hat.

von Bernd Müller

Dr Brade

Der „Antibiotikapass“ ist seit Jahren Standard mit dem Mastbericht der zur jeder Schlachtung vorhanden sein muss. Beschäftigen Sie sich endlich mal mit der Materie! Der Einsatz von Ab hat sich im Gegensatz zur Humanmedizin und dem Einsatz im Haustierbereich deutlich verringert. Besonders beim Geflügel. Vor allem die ReserveAb wurden deutlich reduziert. Man muss natürlich das Collistin rausnehmen, da es rückwirkend eingestuft wurde. Die Grenze ist erreicht. Es kann so nicht weiter gehen, sonst haben wir irgendwann Verluste wie im Biobereich von größer 10%, was aus meiner Sicht aus Tierschutzgründen nicht zu akzeptieren ist. Dann müsste es auch ein Label für die Tierverluste geben. Alles hat Vor-und Nachteile. Aber: führen Sie bitte niemals die Humanmedizin als Wegweisend an, Diese muss erstmal ihre Hausaufgaben machen.! Wir als Nutztierhalter speziell im Geflügelbereich sind dort deutlich weiter! Schauen Sie sich nur einmal die Hygiene in den Krankenhäusern an. Auch andere Nutztierarten sind in dem Bereich deutlich hinter der Geflgelhaltung zurück...

von wilfried Prof Dr. Brade

Zum heutigen Welt-Antibiotika: ein Vorschlag zur Lösung des Problems speziell in der Geflügelhaltung

Der regelmäßige Einsatz von Antibiotika in der Geflügelhaltung kann doch vergleichsweise einfach jedem interessierten Verbraucher aufgezeigt werden: ähnlich wie in der Humanmedizin könnte man einen Antibiotika-Pass (= in der Humanmedizin werden dort die genutzten Antibiotika zur Behandlung von Patienten aufgezeigt und hinterlegt) auch einen Antibiotika-Pass für einzelne Mastgeflügeldurchgänge (= auf Hofbasis) oder (Teil-)Lege - und Aufzuchtperioden in der Legehennenhaltung (z.B. durch die Veterinärämter in den Landkreisen) erstellen. Dieser Antibiotika-Pass wird dann - in Abhängigkeit vom Umfang und der Art der genutzten Antibiotika (= höhere negative Bewertung speziell von Reserveantibiotika) - Bestandteil zur Kennzeichnung des zugehörigen Haltungssystems weiter genutzt. So könnte als eine Klassifizierung des Tierproduktes lauten: erzeugt unter Verwendung von Reserveantibiotika oder aber; erzeugt ohne Antibiotika oder ….oder …(= 3 bis 4 Klassen, vorgegeben durch die Bundesregierung) So könnte der Verbraucher weiter aufgeklärt werden und höhere Preise für Produkte ohne Antibiotika-Nutzung rechtfertigen. Dem Verbraucher obliegt dann die Wahl an der Theke. Was halten Sie von dem Vorschlag? Gern lerne ich - am heutige Welt-Antibiotikatag - gern weiter dazu.... W. Brade, Norddeutsches Tierzuchtberatungsbüro

von Bernd Müller

Herr Brade

Wenn es eine Forderungen seitens des Gesetzgebers gibt die sämtlicher wissenschaftlicher Grundlagen widersprechen und zudem wettbewerbsverzerrent sind und somit nur aus parteipolitischer Sicht getroffen werden um Wählerstimmen zu fangen muss man verbandspolitisch dagegen halten. Ansonsten kann die gesamte deutsche Geflügelwirtschaft gleich die Tore schießen!

von Reinhard Matzat

Herr Brade

Wenn Sie Ihre Arbeit verrichten/angewandt wird, vorderen Sie keine gegenleistung? Das ist völlig normal oder leben Sie von Lust und Liebe? Und wenn der Geflügelwirtschaft wichtige Wirkstoffe genommen werden müssen Kompensationen erbracht werden. Da gibt es nichts zu diskutieren oder sie leben wirklich von Lust und Liebe. Des Weiteren sind Sie mir immer noch der Antwort schuldig wieviel Geld Sie mit der praktischen, aktiven Geflügelhaltung verdient haben. Ein naiver, mit Scheuklappen behafteter Wissenschaftler, der eventuell sogar auf der Gehaltsliste bestimmter Interessengemeinschaften (Spendenwirtschaftunternehmen wie TierrechtsNGO's) steht, kann durchaus deutlich unwissender sein, wie ein Politiker der sich mit dem Fach auseinander gesetzt hat.

von wilfried Prof Dr. Brade

Lieber Herr Böge,

Hut ab vor Ihrer 30-jährigen Tätigkeit im EU-Parlament! Trotz Ihrer deutlichen Kritik wiederum an meiner Person bleibe ich dabei, dass diejenigen Funktionsträger in der Deutschen Geflügelwirtschaft, die eine Reduktion des Einsatzes von Reserveantibiotika mit einer Verquickung des weiteren Einsatzes beispielsweise bisher genutzter Antibiotika einfordern, auch genannt werden sollten. Der Verzicht auf den Einsatz von Reserveantibiotika kann und darf nicht zu einem Kompensationsgeschäft werden (= siehe: meiner 1. Kommentar). W. Brade

von Bernd Müller

Herr Brade

1. ReserveAb werden nur eingesetzt wenn es keine Alternative gibt Und 2. es wird nicht systematisch eingesetzt sondern nur nach Bedarf vom Tierarzt verschrieben 3. die Deutsche Geflügelwirtschaft produziert das, was der Verbraucher haben will . 4. wenn wir es nicht produzieren weil wir zu hohe Auflagen haben machen es die anderen Jetzt erwarte ich von Ihnen als Wissenschaftler endlich mal Argumente anstatt reiner Phrasendrescherei

von Reimer Boege

Prof Dr Brade

Sehr geehrter Herr Prof Brade, wenn Sie Wissenschaftler sind, dann argumentieren Sie bitte fachlich , wissenschaftlich und angemessen! Ihr Rundumschlag gegen Herrn Ripke und Herrn Bartels sind das nicht . Ich kenne beide und auch Ihre Menschliche und fachliche Kompetenz.Eine nicht landwirtschaftliche Ausbildung oder berufliche Taetigkeit unterhalb des Professors zur Desavouierung in dieser Debatte zu nutzen ist unwuerdig und ueberheblich! Reimer Boege( Dipl Ing agr, Landwirt und ehemaliges Mitglied des Europaeischen Parlaments

von wilfried Prof Dr. Brade

Lieber Herr Bernd Müller

Zweifellos haben Sie mit dem Argument 'Preis' einen wichtigen und richtigen Punkt angesprochen.. Wie reagieren jedoch viele Verbraucher, wenn an der Theke zusätzlich steht: "Billigfleisch vom Geflügel -systematisch erzeugt unter Verwendung von Reserveantibiotika". Bleibt das Kaufinteresse dann noch auf gleicher Höhe? Und: Wie steht dann dazu der ZDG oder das „Agrar- und Ernährungsforums Oldenburger Münsterland' Gern überlasse ich die Antwort jedem Leser selbst! Wilfried Brade

von Bernd Müller

Nachtrag Herr Dr. Brade

Der Wunsch der Verbraucher ist in erster Linie günstige Lebensmittel, nichts anderes zeigt er am Tresen!

von Bernd Müller

Herr Professor Brade

Am Beispiel Collistin kann man sehr gut sehen mit welcher Argumentation z. Zt. In der Öffentlichkeit gearbeitet wird. Collistin war bis letztes Jahr nicht als ReserveAb eingestuft und wurde deshalb mit Recht in der Tierhaltung zur Behandlung von Coliinfektionen eingesetzt. Jetzt wurde Collistin als ReserveAb eingestuft und prompt behauptet man der Einsatz der ReserveAb wäre in den letzten Jahren unangemessen gestiegen. Unglaublich!!! Die Diskussion um die Krankenhauskeime hat doch erst zu der Diskussion um den Antibiotikaeinsatz in der Tierhaltung geführt, ist aber inzwischen erwiesen, dass die Mrsa im Krankenhaus nichts mit der Tierhaltung zu tun haben! Es werden in der Tierhaltung , Öko- und konventionell, weiterhin Ab gebraucht. Des Weiteren müssen auch Alternativen geprüft werden und ohne diese sind wir weiterhin auf Ab angewiesen. Diese müssen aber auch im Humanbereich, wie in der Hähnchenmast längst üblich, mit vorherigem Antibiogramm verabreicht werden. Der Nachholbedarf besteht in der Humanmedizin nicht in der Tiermedizin. So lange wir keine Alternativen haben brauchen wir die Ab! Deshalb muss schon verhandelt werden, sonst kommt das Fleisch aus Osteuropa, Asien oder Südamerika.... Übrigens: Collistin wird im Humanbereich faktisch nicht eingesetzt, da es viel zu viel Nebenwirkungen hat

von wilfried Prof Dr. Brade

Nachtrag!

Der Verzicht auf den Einsatz von Reserveantibiotika kann und darf nicht zum Kompensationsgeschäft z.B. für andere Antibiotika werden! Wo leben wir denn! Wenn ein Lebensmittelerzeuger z.B. ein Geflügelhalter dauerhaft und intensiv Antibiotika, speziell Reserveantibiotika, zur Aufrechterhaltung seiner Erzeugung von Lebensmittel tierischer Herkunft benötigt, sollte sein Produkt entsprechend deklariert und sogar als nicht verkehrsfähig eingestuft werden Hier ist der ZDG endlich gefordert. Und: Kompensationsgeschäfte sind klar abzulehnen. W. Brade

von wilfried Prof Dr. Brade

Lieber Herr Matzat,

der breite Einsatz von Antibiotika wird - ob Sie es glauben oder nicht - generell weiter in der Tierhaltung und hier speziell in der Geflügelproduktion hinterfragt werden... Es bleibt Wunsch aller Verbraucher und damit auch meiner W. Brade

von Reinhard Matzat

Wilfried Prof. Dr Brade

Vielleicht erläutern Sie uns mal wieviel Geld Sie in den letzten 5-10Jahren mit der praktischen, aktiven Geflügelhaltung verdient haben! Oder ruhen Sie sich nur auf Ihren Titeln aus? Meines Erachtens ist es meine 2te These die richtige, sonst hätten sie sich nicht zu einem solchen unwissenheitsoffenbarenden Kommentar hinreißen lassen. MfG: ein praktizierender aktiver Geflügelhalter.

von wilfried Prof Dr. Brade

Der ZDG hat die Zeichen der Zeit noch nicht verstanden

Die Gegenforderung des ZDG sind notwendigerweise abzulehnen. Leider fehlt selbst dem Präsidenten des ZDG, Herrn Ripke, hier genügend Sachverstand. Er war in seiner Tätigkeit - bevor er Berufspolitiker wurde - Sachbearbeiter im Pflanzenschutz in der damaligen LWK Hannover und hat somit nie sein Geld mit Geflügelhaltung verdient. Im Gegenteil! Fehlende Fachkompetenz zeichnet zwischenzeitlich viele aktuelle Verbandsfunktionäre aus, die sich nach ihrer (weniger erfolgreichen) Politikerkarriere noch wichtig machen wollen. Hier ist aus Niedersachsen beispielsweise auch der Lehrer Uwe Bartels (Nds. Landwirtschaftsminister a.D.) zu nennen, der sich als Vorsitzender des „Agrar- und Ernährungsforums Oldenburger Münsterland' hier betätigt und sich immer noch zur Tierhaltung äußerst. Dr. Wilfried Brade

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