Bedrohte Haustierrasse

Kennen Sie das gesperberte Sachsenhuhn?

Das Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft will das gesperberte Sachsenhuhn vor dem Aussterben retten. Ein Züchter hat 500 Eier ausgebrütet, die von 34 Haltern übernommen werden.

Martin Schubert aus Reichenbach bei Pulsnitz züchtet die extrem gefährdete Geflügelrasse Sachsenhuhn, die Ende des 19. Jahrhunderts im Erzgebirge entstanden. Heute zählt die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen nur noch ein paar hundert dieser Tiere, berichtet der MDR.

Das Sachsenhuhn soll sehr gut an das Leben auf kleinen ländlichen Höfen in Sachsen angepasst sein. Es sei robust und genügsam, erklärt Eva Lehmann von der Verwaltung des Biosphärenreservats Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft die Vorzüge der Rasse. In ihrem Gebiet sollen die Hühner von Schubert der Grundstock eines neuen Zuchtprojekts werden.

Wie Lehmann dem Sender weiter berichtete, seien Fleisch und die Eierleistung von 180 Stück pro Jahr ganz gut. Im Februar habe die Reservatsverwaltung deshalb nach Hühnerhaltern gesucht, die diese seltene Rasse züchten möchten. 330 Geflügelhalter aus der Oberlausitz hätten sich gemeldet, was die Erwartungen deutlich übertroffen habe. Doch nur wenige Züchter könne Martin Schubert mit Zuchttieren versorgen. Ende März schob Schubert 500 Eier des Sachsenhuhns in seinen vollautomatischen Brutschrank, 450 Küken sind geschlüpft.

"Ich fand die Idee sehr gut, die Sachsenhühner wieder zu verbreiten. Ich war hier im weiten Umfeld mit den gesperberten Sachsenhühnern fast allein auf dem Feld. Die Linien wieder auszuweiten, das schafft man nur mit vielen Züchtern", sagt Schubert. Wichtigste Zuchtarbeit sei nun, immer wieder neues Blut in eine Linie einzubringen, etwa durch Genmaterial anderer Farbschläge, erklärt er. Damit blieben die Hühner mobil und die Legekapazität leide nicht unter Inzucht. Darum tummeln sich unter den frisch geschlüpften Küken in seinem Stall nun junge Hühner aller vier Farbschläge des Sachsenhuhns in weiß, gelb, schwarz und gesperbert.

Im Oktober sollen die zuchtfähigen Tiere dann an 34 Geflügelzüchter beispielsweise nach Rietschen, Dauban, Radibor, Kreba-Neudorf und Malschwitz vergeben werden, so der MDR abschließend.


Diskussionen zum Artikel

von Hans Spießl

Aber mann bedenke Hühner fressen keinen Roggen

und für Weizen brauchen sie gerade auf diesen schwachen Standorten Mineraldünger, Stickstoff, Schwefel

von Hans Spießl

Ja sowas ist ein guter Anfang

nicht schlecht hoffentlich bleibt es nicht nur bei Geflügel

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