Fachgespräch LWK Niedersachsen

Schwierige Zeiten für Legehennenhalter

Hohe Baukosten und Zinsen machen in der Legehennenhaltung große Probleme. Dazu kommen niedrige Eierpreise und der Wunsch nach mehr Tierwohl sowie die Bruderhahnmast, die nur ein Übergang sein kann.

Die Rahmenbedingungen für die Legehennenhalter haben sich in den vergangenen Wochen und Monaten merklich verschlechtert. Dies wurde beim „Fachgespräch Legehenne“ der Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen am vergangenen Mittwoch in Haselünne deutlich.

Ein Problem sind vor allem die gestiegenen Kosten für Junghennen und Futter, aber auch für Aufwendungen der Bruderhahnaufzucht, während gleichzeitig die Erzeugerpreise auf einem gesättigten Eiermarkt kaum steigen.

Hohe Kosten verursachen massive Schwierigkeiten

Laut dem betriebswirtschaftlichen Berater der LWK, Uwe Bintz, haben nicht nur eingesessene Erzeuger, sondern auch Neueinsteiger durch höhere Baukosten und Zinsen in der Legehennenhaltung große Schwierigkeiten, eine ausreichende Wirtschaftlichkeit zu erzielen. „Je nach Haltungsform müssten die Erzeugerpreise für Eier um 1,5 Cent bis 3 Cent pro Stück steigen, damit sich die Investitionen und der Betrieb rechnen, aber dies gibt der Eiermarkt zurzeit nicht her“, berichtete Bintz.

Trotzdem mehr Tierwohl notwendig

Die LWK-Beraterin für Geflügelhaltung, Neele Ahlers, empfahl für gesunde Legehennen mit langer Legeleistung bei der Aufzucht von Junghennen ein gesamtbetriebliches Haltungskonzept mit mehr Tierwohl. „Wer die Bedürfnisse der Tiere stärker in den Mittelpunkt stellen will, sollte ihnen mehr Platz zur freien Ausübung ihres Verhaltens zur Verfügung stellen, „Küken frühzeitig den Zugang zum Scharrbereich ermöglichen und auch in konventioneller Haltung über Außenklimabereiche nachdenken“, schlug die Expertin vor.

LWK-Fachfrau Jule Schättler riet dazu, kritische Kontrollpunkte beim Heranwachsen der Jungtiere einzurichten. „Zu geringes Lebendgewicht der Junghennen bei mangelnder Futteraufnahme und ein weniger angepasstes Lichtangebot können vor allem in der Übergangsphase zur Legehenne zu Leistungseinbußen führen“, erläuterte Schättler. Die müsse frühzeitig erkannt und beseitigt werden.

Bruderhahnmast kann nur Übergangslösung sein

Laut LWK-Expertin Karen Schemmann betrifft seit dem Verbot des Kükentötens die Bruderhahnmast konventionelle wie ökologische Betriebe. Die Aufzucht der Legehennen-Brüder sei als Kompromisslösung zu betrachten, denn diese wüchsen bei gleichzeitig hohem Futterverbrauch langsamer und hätten ein geringeres Lebendgewicht. Zudem sei die Ökobilanz dieser Tiere wesentlich ungünstiger als bei den reinen Mastherkünften. Das Fleisch der Brüderhähne sei im Moment noch ein Nischenprodukt und in den Supermärkten kaum zu finden.

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