Druck aus dem Handel

Tschechien beschließt Ausstieg aus der Käfighaltung von Legehennen

Ab 2027 sind in Tschechien Legehennenkäfige sowie ausgestaltete Käfige verboten. Das Land begründet den Schritt u.a. mit dem Vorbild Deutschland. Der Landwirtschaftsminister ist allerdings dagegen.

Tschechien steigt aus der Käfighaltung von Legehennen aus. Laut einem kürzlich gefassten Beschluss des Senats in Prag soll die Haltungsform in dem Land 2027 verboten werden.

Auch ausgestaltete Käfige seien nicht tiergerecht, erklärte der Senat zur Begründung. Zudem sei diese Art der Legehennenhaltung in anderen EU-Staaten wie Deutschland bereits heute verboten. Hinzu komme, dass große Einzelhandelsketten in Tschechien Selbstverpflichtungen zum Thema unterzeichnet hätten; sie wollten schon ab 2025 keine Eier aus Käfighaltung mehr verkaufen.

Landwirtschaftsminister Miroslav Toman lehnt ein Verbot indes ab. Durch dieses würden heimische Erzeuger benachteiligt. Toman befürchtet Importe billiger Eier aus Käfighaltung, etwa aus Polen und dem Baltikum.

In Tschechien wurden laut Angaben der EU-Kommission 2019 insgesamt 6,7 Mio. Legehennen gehalten, davon 74 % in Käfigen. EU-weit waren im Berichtsjahr knapp die Hälfte der insgesamt 365,9 Mio. Legehennen in Käfigen aufgestallt. Die Anteile von Legehennen in Boden- beziehungsweise Freilandhaltung betrugen rund 32 % und 12 %. Gut 6 % wurden ökologisch gehalten.

Weitgehend abgeschafft ist die Käfighaltung den Kommissionsangaben zufolge in Österreich, Luxemburg, Schweden und Deutschland, dem mit 54,9 Mio. Legehennen größten Eiererzeuger in der Union. Dagegen war in 19 von insgesamt 27 EU-Staaten die Käfighaltung 2019 noch immer die dominierende Haltungsform. So hielt der große Erzeuger Polen 82 % seiner insgesamt 49,4 Millionen Legehennen in Käfigen. In Spanien waren es 77 % von insgesamt 45,8 Mio. Tieren. Und auch in Frankreich waren 2019 rund 54 % aller 48,3 Mio. Legehennen noch in Käfigen aufgestallt.

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