Kundenwunsch

Verzicht auf Kükentöten: Aldi setzt auf DNA-Prüfung von Planton

Per genanalytischem Verfahren sollen die Brütereien künftig erkennen, ob ein männliches Küken entstehen würde. Aldi will die Branche dabei mitnehmen und unterstützen.

45 Mio. männliche Küken werden allein in Deutschland jedes Jahr gleich nach der Geburt getötet, weil sich ihre Aufzucht wirtschaftlich nicht rechnet. Eine Praxis, die seit Jahren in der Kritik ist und an der sich nun etwas ändern soll. Das Kükentöten wird nämlich bald abgeschafft, zumindest bei einem der größten Discounter in Deutschland. Möglich machen soll das unter anderem ein neues technisches Verfahren.

Wie Dr. Julia Adou von Aldi berichtet, will der Discounter gemeinsam mit seinen Lieferanten und anderen Partnern in der Lieferkette auf innovative Technologien setzen. „Viele unserer Partner schrecken davor zurück, weil das in der Regel mit Investitionen verbunden ist. Aber wir bei Aldi haben entschieden, dass wir uns für dieses Thema einsetzen wollen und hoffen jetzt darauf, dass viele Partner mitziehen, Lieferanten, aber auch Wettbewerber, und wir dann gemeinsam das Kükentöten in Deutschland komplett abschaffen können."

Dabei setzt der Discounter vor allem auf ein genanalytisches Verfahren des Biotech-Unternehmens Planton, mit dem das Geschlecht der Küken bereits in den ersten Bruttagen bestimmt werden kann. Dr. Adou erklärt dazu weiter: "Dabei wird im Ei ein ganz, ganz kleines Loch gemacht, um ein wenig Flüssigkeit zu entnehmen. Und diese Flüssigkeit dient dann einem DNA-Test - und so kann eben das Geschlecht des Kükens im Ei deutlich früher erkannt werden und die Küken müssen nicht mehr ausgebrütet werden. So kann man männliche Küken von weiblichen schon ganz früh unterscheiden und das Kükentöten am Ende verhindern."

Ziel sei es, deutschlandweit bis 2022 alle Lieferketten von Boden-, Freiland- und Bio-Eier umzustellen. Seit 2017 bietet Aldi in ausgewählten Filialen bereits Eier aus dem sogenannten Bruderhahn-Projekt an: "Die Eier aus diesem Projekt stammen von Legehennen, deren Brüder gleichermaßen aufgezogen werden und dann als Fleisch vermarktet werden. Das heißt, in diesem Fall müssen eben keine Küken getötet werden. Und der Kunde erkennt das auch ganz deutlich an einer Kennzeichnung auf der Verpackung. Das gilt auch für alle anderen Eierarten, nicht nur für die Bio-Eier: Immer dann, wenn wir es geschafft haben, das Kükentöten in der einzelnen Haltungsform abzuschaffen."


Diskussionen zum Artikel

von Erwin Schmidbauer

Widerspruch in sich!

Auch Bioeier sollen umgestellt werden. Dabei lehnen die Bioverbände einmütig diese Methode der frühen Selektion ab und wollen Bruderhähne bzw. Zwiehühner. Bruderhähne von Legerassen sind wirtschaftlich untragbar aber auch ökologisch äusserst bedenklich (viel zu hoher ... mehr anzeigen

von Gerhard Steffek

Win-Win-Situation für alle!

Dabei stecken doch nur handfeste wirtschaftliche Interessen dahinter. Denn seien wir ehrlich, wenn schon nach ein paar Tagen das Geschlecht festgestellt werden kann und das "unnötige" Ei muß nicht mehr ausgebrütet werden, das Küken "aussortiert und entsorgt" werden muß, kann man sich ... mehr anzeigen

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