Geflügelpest

Vogelgrippe: Erste Landkreise mit Aufstallungspflicht

Bei Wildvögeln in Norddeutschland ist die Vogelgrippe nachgewiesen worden. Erste Landkreise haben daher die Aufstallung angeordnet. Die Gefahr der Einschleppung in die Nutzgeflügelbestände sei hoch.

Bei einer Wildente in Hamburg, einem Mäusebussard in Mecklenburg-Vorpommern und verschiedenen Wildvögeln in Schleswig-Holstein ist die Geflügelpest nachgewiesen worden. Das hat das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), am Freitag bekanntgegeben. Am Montabend bestätigte ein Sprecher des Umweltministeriums gegenüber dem Nachrichtendienst dpa neun weitere Wildvögel, die an der Vogelgrippe in Dithmarschen und im benachbarten Nordfriesland verendet sind. Hierbei sei neben dem Geflügelpest-Subtyp H5N8 als weiterer Subtyp H5N5 nachgewiesen worden, der parallel in der Wildvogelpopulation zirkuliere.

Aufstallungspflicht für Geflügelhalter

Im Landkreise Vorpommern-Rügen darf das Geflügel in einigen Gebieten nur noch in geschlossenen Ställen oder unter einer Vorrichtung, die aus einer überstehenden, nach oben gegen Einträge gesicherten dichten Abdeckung und mit einer gegen das Eindringen von Wildvögeln gesicherten Seitenbegrenzung bestehen muss, gehalten werden. Das FLI als auch der Landkreis Vorpommern-Rügen schätzen das Risiko des Eintrags des Geflügelpesterregers in die Hausgeflügelbestände derzeit als hoch ein. Im Landkreis Vorpommern-Rügen befinden sich viele Rast- und Sammelplätze von Wildvögeln, so dass in diesen Gebieten zum Schutz des Hausgeflügels Landrat Dr. Stefan Kerth seit Sonntag eine Aufstallungspflicht für Geflügel angeordnet hat. Die von der Aufstallungspflicht betroffenen Gebiete sind in der Allgemeinverfügung benannt und können hier eingesehen werden.

Auch im Kreis Nordfriesland gelte die Aufstallung von Geflügel nach der Geflügelpest-Verordnung in Küstennähe und in weiteren Wildvogelrastgebieten. Auch in Dithmarschen will der Kreis in Kürze die Aufstallung in definierten Gebieten anordnen sowie erhöhte Biosicherheitsanforderungen für das gesamte Kreisgebiet erlassen, heißt es.

Ausbreitung war prognostiziert worden

Das FLI hatte bereits Anfang Oktober darauf hingewiesen, dass im Herbst mit den Zugvögeln auch Infektionen von Wildvögeln mit Geflügelpest auftreten können und das Risiko eines Eintrags nach Deutschland als hoch eingestuft. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) weist darauf hin: Auch, wenn bislang keine Übertragung der in diesen Fällen nachgewiesenen Virustypen H5N8 und H5N5 auf den Menschen bekannt sind, sollen tote Vögel nicht angefasst werden, auch um eine Verschleppung des Erregers zu verhindern. Grundsätzlich sind die generellen Hygiene- und Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Geflügel und Wildvögeln konsequent einzuhalten.


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Diskussionen zum Artikel

von Christian Bothe

Freilandhaltung?

Bedauerlich für Biobauern und andere! Aber dieser Situation bei Vogelgrippe und ASP ist die Stallhaltung der Nutztiere eben von Vorteil und besser beherrschbar.

von Wilhelm Grimm

Das verträgt sich nicht !

Offenstallhaltung und Vogelgrippe.

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