Große Würfe: Reicht die Zahl der Zitzen?

Sauen gebären heute deutlich mehr Ferkel als vor zehn Jahren. Um alle Ferkel erfolgreich aufzuziehen, sollten Eigenremontierer die Zitzenzahl als Selektionskriterium berücksichtigen.

In den letzten Jahren ist die Wurfgröße der Sauen jährlich um knapp 0,2 Ferkel gestiegen, wie Auswertungen des VzF Uelzen, Norddeutschlands größter Erzeugergemeinschaft, belegen. 2021 brachte eine Sau in den Mitgliedsbetrieben pro Wurf durchschnittlich 15,5 Ferkel zur Welt. Fünf Jahre zuvor lag dieser Wert noch bei 14,5 Ferkeln (vgl. Übersicht 1).

Doch große Würfe verlangen den Sauen viel ab. Ziel muss sein, möglichst viele Ferkel aufzuziehen und Verluste zu vermeiden. Voraussetzung dafür sind genügend funktionstüchtige Zitzen auf dem Gesäuge. Außerdem muss die Sau eine hohe Milchleistung haben.

Lange galt in der Zucht die Faustregel, dass Jungsauen mindestens sieben gut entwickelte Zitzen auf jeder Gesäugeleiste haben sollten. Durch die gestiegenen Wurfgrößen stellt sich nun die Frage, ob die Zitzenzahl moderner Sauenherkünfte dazu noch ausreicht. Und ob darüber hinaus ein Zusammenhang zwischen der Zitzenzahl und der Zahl der abgesetzten Ferkel je Wurf besteht.

Zitzenzahl erfasst

Um diese Fragen zu beantworten, führte die Universität Gießen auf der Lehr- und Forschungsstation Oberer Hardthof im Zeitraum von 2016 bis 2021 Erhebungen durch. Die Sauenzuchtanlage wird im 3-Wochen-Rhythmus betrieben. Die Jungsauen der Herde remontiert der Betrieb selbst. Bei den Sauen handelt es sich überwiegend um reinrassige Landrasse- oder Edelschweintiere. Darüber hinaus gibt es Kreuzungstiere dieser beiden Rassen. In geringer Anzahl sind auch reinrassige Pietrain-, Duroc- und Hampshire-Sauen vorhanden.

Die Mitarbeiter des Oberen Hardthofs notieren routinemäßig die Anzahl der Zitzen auf beiden Gesäugeleisten bei der Geburt der Ferkel. Später erfassen sie bei einem Teil der Jungsauen am 180. Lebenstag erneut die Zitzenzahl, zum Zeitpunkt der Jungsauenselektion. Zusätzlich dokumentieren sie das Jahr der ersten Belegung.

Zur Beurteilung der Aufzuchtleistung erfassten sie die Wurfgröße und die Anzahl lebend geborener sowie aufgezogener Ferkel pro Wurf. Bei den Jungsauen registrierten sie darüber hinaus die Ferkelzahl nach dem Wurfausgleich und die Höhe der Ferkelverluste.

Zusätzlich zu den Erhebungen aus der Lehr- und Forschungsstation der Universität Gießen werteten die Forscher weitere Daten aus einem Praxisbetrieb mit 1145 Sauen aus. Der Betrieb hält Kreuzungstiere aus Edelschwein und Landrasse. Hier erfassten die Mitarbeiter ebenfalls die Zitzenzahl zum Zeitpunkt der Jungsauenselektion im Zeitraum von 2016 bis 2021.

Im Mittel 16 Zitzen pro Sau

In die Auswertungen ging die Zitzenzahl im Ferkelalter von insgesamt 443 Sauen ein, die zwischen 2016 und 2021 auf dem Oberen Hardthof geboren wurden. Sie reichte von 12 bis 21 Zitzen. Im Mittel hatten die Tiere kurz nach der Geburt 16 Zitzen. Knapp drei Viertel der zukünftigen Zuchtsauen wiesen 16 und mehr Zitzen auf. Bei 45 Sauen wurden sogar 18 bis 21 Zitzen am ersten Lebenstag gezählt. Zusätzlich stellten die Forscher fest, dass diese 45 keinen...

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