Raps – neue Wege bei der Unkrautkontrolle

Problemunkräuter und strenge Auflagen erschweren den Herbizideinsatz in Raps. Könnten Hacken plus Einsatz eines Nachauflaufherbizids die Lösung sein?

Mit Belkar wurde kürzlich ein neues Herbizid für den Nachauflauf zugelassen. Es lässt sich von EC 12 bis 18 des Rapses einsetzen und enthält die Wirkstoffe Halauxifen und Picloram (Wuchsstoffe). Um Wuchsdeformationen zu vermeiden, darf der Einsatz mit 0,25 l/ha erst erfolgen, wenn der Raps neben zwei Keimblättern auch zwei Laubblätter ausgebildet hat. Die volle Menge von 0,5 l/ha sollte nicht vor dem 6. Laubblattstadium zum Einsatz kommen. Eine Anwendungs-Empfehlung finden Sie untenstehend:

Auflagen für Clomazone-haltige Präparate beachten

Viele relevante Rapsunkräuter lassen sich mit Clomazone-haltigen Mitteln vergleichsweise kostengünstig ausschalten. Allerdings gelten beim Einsatz strenge Anwendungsbestimmungen. Welche das sind, lesen Sie in untenstehender Übersicht:

Vor der Anwendung

NT 152: Flächenscharfen Anwendungsplan erstellen und bei der Applikation mitführen. Er sollte folgende Informationen enthalten:

  • Saatzeitpunkt
  • Geplanter und tatsächlicher Anwendungstermin
  • Aufwandmenge des Pflanzenschutzmittels
  • Wassermenge
  • Details zur Anwendungstechnik (Düse, Druck, Fahrgeschwindigkeit, Gestängehöhe).

NT 153: Spätestens einen Tag vor der Anwendung von Clomazone-haltigen Produkten sind Nachbarn, die der Abdrift ausgesetzt sein könnten, über die geplante Anwendung zu informieren, sofern diese eine Unterrichtung gefordert haben.

Bei der Anwendung

NT 127: Anwendung bei zu erwartenden Tageshöchsttemperaturen:

  • bis 20° C: ganztägige Anwendung
  • > 20° C Anwendung von 18:00 Uhr bis 09:00 Uhr
  • > 25° C keine Anwendung

NT 145, NT 146:

  • 90 % Abdriftminderung
  • bis 7,5 km/h Fahrgeschwindigkeit
  • 300 l/ha Wasseraufwandmenge

NT 155: 50 m Abstand zu

  • Ortschaften, Haus und Kleingärten,
  • Flächen mit bekannt clomazonesensiblen Anbaukulturen (z. B. Gemüse, Beerenobst),
  • für die Allgemeinheit bestimmte Flächen, (z. B. Spiel-/Sport-/Golfplätze, Friedhöfe, öffentliche Parks und Gärten),
  • Flächen gemäß Verordnung (EG) Nr. 834/2007 (Ökoverordnung) sowie über diätetische Lebensmittel (Diätverordnung).

0 m Abstand zu:

  • Flächen bestellt mit Winterraps, Getreide, Mais oder Zuckerrüben, sowie bereits abgeerntete Flächen.

5 m Abstand zu

  • allen übrigen Flächen.

NT 154: 50 m Abstand zu

  • Ortschaften, Haus und Kleingärten,
  • Flächen mit bekannt clomazonesensiblen Anbaukulturen (z. B. Gemüse, Beerenobst),
  • für die Allgemeinheit bestimmte Flächen, (z. B. Spiel-/Sport-/Golfplätze, Friedhöfe, öffentliche Parks und Gärten),
  • Flächen gemäß Verordnung (EG) Nr. 834/2007 (Ökoverordnung) sowie über diätetische Lebensmittel (Diätverordnung).

0 m Abstand zu:

  • Flächen bestellt mit Winterraps, Getreide, Mais oder Zuckerrüben, sowie bereits abgeerntete Flächen.

5 m Abstand zu

  • allen übrigen Flächen.

Der Abstand von 50 m kann auf 20 m reduziert werden, wenn das Mittel nicht in Tankmischung mit anderen Pflanzenschutzmitteln oder Zusatzstoffen ausgebracht wird (gilt für Centium 36 CS, Gamit 36 AMT, Clomazone 360 CS und Circuit Sync Tec).

Nach der Anwendung

NT 149: Der Anwender muss in einem Zeitraum von einem Monat wöchentlich in einem Umkreis von 100 m um die Anwendungsfläche auf Aufhellungen prüfen. Aufhellungen sofort dem amtlichen Pflanzenschutzdienst und dem Zulassungsinhaber melden.

Lösungen gegen Gräser

In Mulchsaaten ist oft eine frühe Behandlung gegen Ausfallgetreide notwendig. Am besten eignen sich dazu FOPs wie Targa Super, Fusilade Max, Gallant Super oder Agil-S. Gegen Ausfallgetreide reichen bis zum 3-Blattstadium der Gräser 60% der Aufwandmenge aus. Sind auch Ackerfuchsschwanz und Tresen vorhanden, empfiehlt sich die volle Menge. Weitere Infos zu Leistungen, Mengen und Kosten wichtiger Gräsermittel entnehmen Sie der Übersicht:

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