SÜDPLUS

Streuobst neu gedacht

Streuobstwiesen sind nachhaltig und gleichzeitig lukrativ – wenn man sie richtig bewirtschaftet. Hier die Fördermöglichkeiten in Süddeutschland.

Fördermöglichkeiten Bayern:

Bei Neupflanzung:

  • 70 % aller Kosten für die Neuanlage (einschließlich der Arbeitsleistung für das Pflanzen der Bäume) werden vom Umweltministerium bzw. der Naturschutzbehörde übernommen. Der Landschaftspflegeverband kümmert sich dabei als Dienstleister um Antragstellung und Vorfinanzierung. https://www.lpv.de
  • Im Rahmen des Maßnahmenpakets steuert der Landschaftspflegeverband die Standort-, Sorten- und Pflegeberatung bei, kümmert sich um die Bestellung des Pflanzguts und unterstützt die Landwirte bei der Vermarktung.
  • Wichtig: Wer seine Neuanlage über den Landschaftspflegeverband finanziert ist für 10 Jahre von der Maßnahme B57 im KULAP (Baumförderung) ausgenommen
  • Zusätzliche Fördermöglichkeiten: Der Landesjagdverband fördert Hecken, Blüh- und Obstbäume mit bis zu 50 % der entstehenden Kosten (Maßnahme ist kombinierbar mit der KULAP-Förderung)

Bei Streuobstbeständen:

  • Vertragsnaturschutz: Der Erhalt von Streuobstwiesen wird mit 8,- Euro pro Baum gefördert. Kombiniert man die Streuobstwiese z.B. mit einer extensiven Weidennutzung ist im VNP zusätzlich eine Flächenförderung von 310-500 Euro pro Hektar (abhängig von der Tierart) möglich.
  • Das KULAP-Programm fördert den Erhalt von Streuobsthochstämmen ebenfalls mit 8,- Euro pro Baum zusätzlich zur Betriebsprämie (ggf. mit Ausgleichszulage). Bei einer Bio-Zertifizierung erhöht sich die Flächenförderung nochmals um 273 €/ha.

Fördermöglichkeiten für Baden-Württemberg

Bei Neupflanzung:

  • Im Rahmen der Landschaftspflegerichtlinien können als sog. B-Maßnahme die Kosten für das Pflanzgut übernommen werden. Details zu Voraussetzung und Umfang der Förderung müssen mit dem örtlichen LEV besprochen werden
  • Eine Streuobstpflanzung als Ausgleichsmaßnahme: In Rücksprache mit dem örtlichen LEV kann überlegt werden, ob es vor Ort ein Bauvorhaben gibt, das Ausgleichszahlungen in einer Höhe leisten muss, die die Kosten für die geplante Neupflanzung abdecken.

Bei Streuobstbeständen

  • LPR-Vertrag: Befindet sich die Anlage in einem LPR-Gebiet kann das Wiederherrichten einer aus der Bewirtschaftung gefallenen Streuobstfläche mit anschließender Nutzung, die Anschaffung einer mobilen Saftpresse oder der Erwerb von Streuobstgrundstücken mit bis zu 90 % der zuwendungsfähigen Kosten bezuschusst werden.
  • FAKT-Programm: fördert den Erhalt von Streuobsthochstämmen mit 2,50 Euro pro Baum. Die Förderung lässt sich mit anderen FAKT-Förderungen kombinieren (z.B. Bewirtschaftung von artenreichem Dauergrünland mit 230 Euro/ha)
  • Bei Bio-Zertifizierung: Bezuschussung der Öko-Kontrollen mit 125,- Euro/ha (nicht kombinierbar mit FAKT-Öko-Förderung)
  • Aufpreisinitiativen: Für Werbe- und Verkaufsfördermaßnahmen von Streuobstprodukten, die von Vereinen, Organisationen oder Firmen vermarktet werden, können 35€/ha (bis 20 Hektar Anbaufläche) und 500 Euro Grundförderung beantragen.
  • Diversifizierung: Wer sich mit dem Streuobstbau ein zusätzliches wirtschaftliches Standbein schafft kann sich seine Investionen in Maschinen und Geräte mit 25 % des zuwendungsfähigen Investitionsvolumens bezuschussen lassen.
  • Verarbeitung: Für Erzeugerzusammenschlüsse und Unternehmen gibt es die Möglichkeiten, Zuschüsse für Investionen in Herstellung und Lagerung in Höhe von 25 % zu beantragen (die förderfähigen Ausgaben müssen mind. 50.000 Euro betragen).
  • Baumschnittförderung: Derzeit keine Antragsstellung möglich


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