In einem Abwasch gegen PRRS und PCV2

Um einen Arbeitsgang zu sparen und die Tiere zu schonen, lässt Betriebsleiterin Fanny Evert ihre Ferkel mit einer Injektion gleichzeitig gegen PRRS- und Circoviren impfen.

Atemwegserreger, die in der Ferkelaufzucht Probleme bereiten können, treten oft nicht einzeln auf, sondern gemeinsam. Häufig verstärken sie sich dabei gegenseitig in ihrer Wirkung. Von PRRS- und Circoviren ist das bekannt. „Eine Infektion mit PRRS-Viren kann z.B. das Immunsystem so stark beeinträchtigen, dass es trotz Impfung zu einem Circoausbruch kommt. Deshalb impfen inzwischen etliche Kunden gegen beide Erreger“, berichtet Tierarzt Dr. Linus Eichhorn vom Vet-Team Schleswig-Holstein.

Über 35 abgesetzte Ferkel

Zu diesen Kunden gehört auch Fanny Evert, Betriebsleiterin einer Anlage mit 2400 produktiven Sauen und angeschlossener Ferkelaufzucht im niedersächsischen Landkreis Rotenburg (Wümme). Der Betrieb weist extrem gute Leistungen auf. Die 38-Jährige, die die Anlage gemeinsam mit acht voll- und vier teilzeitbeschäftigten Mitarbeitern betreut, setzt mit ihren Sauen dänischer Herkunft im Schnitt 35,5 Ferkel pro Sau und Jahr ab. Die Trächtigkeitsrate liegt bei 93,8% und die Abferkelrate beträgt 92%.

Pro Wurf werden im Schnitt 18,2 Ferkel lebend geboren. Die Saugferkelverluste liegen bei 15,3% und die Aufzuchtverluste bei 1,4%. Dank eines von der Agaringenieurin ausgeklügelten Systems beim Ferkelversetzen sind die Würfe sehr homogen. Das durchschnittliche Absetzgewicht beträgt nach vierwöchiger Säugezeit 7 kg.

Ausgefeiltes Impfkonzept

Basis des Erfolgs ist aber auch ein von Dr. Eichhorn speziell auf den Betrieb zugeschnittenes Impfprogramm. Die Jungsauen werden in der Quarantäne gegen PRRS, Influenza, APP, Circoviren, Mykoplasmen, Parvo/Rotlauf und gegen die Glässersche Krankheit geimpft.

Die Altsauen erhalten reproduktionsbezogen im Abferkelstall eine Parvo/Rotlauf- und eine Influenzaimpfung. Nach der Trächtigkeitsuntersuchung werden sie dann gegen Mykoplasmen und am 60. Tag nach dem Belegen gegen PRRS geimpft. Hier wird ein EU-Lebendimpfstoff eingesetzt. Außerdem erhalten sie eine bestandsspezifische Impfung gegen E.coli-Erreger, Clostridien, Streptokokken und gegen Glaeserella parasuis, jeweils sechs und drei Wochen vor dem Abferkeln.

Die Ferkel werden in Kombination mit der Eisenbehandlung gegen die Ödemkrankheit geimpft. Zudem erfolgen Schutzimpfungen gegen Mykoplasmen, Circo- und PRRS-Viren beim Absetzen.

Plötzlicher PRRS-Einbruch

Dieses Gesamtpaket hat in Kombination mit einem straffen Hygienemanagement wesentlich zur gesundheitlichen Stabilisierung...

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