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ITW Rind: Das ist der Plan

Auch Rinderhalter können jetzt an der ITW teilnehmen. Für Bullen, Ochsen und Färsen gibt es zum Start 10,7 ct/kg Schlachtgewicht. Die Kälbermäster verhandeln ihre Preise selbst.

Nach langen Verhandlungen ist es jetzt amtlich: Die Initiative Tierwohl (ITW) gibt es auch für Rinder. Ziel ist, sowohl das Tierwohl in der Rinderhaltung weiterzuentwickeln, als auch das Fleisch besser am Markt platzieren zu können. Das Konzept soll auch Schlachtkühe einbeziehen, für die es ebenfalls einen Zuschlag gibt. Die Milch läuft in Abstimmung mit den Molkereien über andere Tierwohlprogramme wie zum Beispiel QM+ (siehe "Interview: Wie viel Mehrwert bietet QM+?").

Bisher gab es kaum ein Programm, mit dem Rindfleischprodukte in die Haltungsform 2 des Lebensmitteleinzelhandels (LEH) eingeordnet werden konnten. „Das Konzept beruht auf dem Gedanken, dass diejenigen Landwirte eine höhere Entlohnung erhalten, die in puncto Tierwohl mehr Kriterien umsetzen, als der Gesetzgeber fordert oder die gute fachliche Praxis vorsieht“, sagt Henrik Wiedenroth, Referent beim Deutschen Bauernverband. Für zwei verschiedene Haltungsformen brauche es zwei verschiedene Preise.

Bis zu 12,83 ct/kg

ITW Rind-zertifizierte Betriebe bekommen für die Tierwohlmaßnahmen einen festen Preiszuschlag. „Die Schlachtbetriebe sind verpflichtet, den ITW-Zuschlag an die Landwirte zu zahlen. Sie selbst müssen mit ihren Abnehmern eigenständig einen Preis aushandeln, um den finanziellen Mehraufwand in der Kette bis an die Verbraucher weiterzugeben“, sagt Robert Römer, Geschäftsführer der ITW. So soll der Markt die Mehrkosten der Betriebe decken (siehe Übersicht 2).

Die Zuschläge für den Landwirt liegen bei 10,7 ct/kg Schlachtgewicht im ersten und 12,83 ct/kg im zweiten Jahr. Voraussetzung dafür ist, dass sich die Rindermäster mit ihrem Abnehmer darauf verständigen, wie viele Tiere sie in einem bestimmten Zeitraum liefern. Der Zuschlag steigt ab dem zweiten Jahr, da die Tiere ab dem 1. April 2023 auch Zugang für Scheuermöglichkeiten haben müssen. Nach einem Jahr will die ITW Rind den Zuschlag für die Scheuermöglichkeiten überprüfen und ggf. auf 2,3 ct pro kg Schlachtgewicht nachjustieren (siehe Übersicht 1).

Ausnahme Kälbermast

Die Entlohnung gilt für Ochsen, Bullen und Färsen. Die Kälbermäster haben gemeinsam mit der Kontrollgemeinschaft Deutsches Kalbfleisch (KDK) beschlossen, die Zuschläge je kg Schlachtgewicht selbst mit dem Schlachtbetrieb zu verhandeln.

„Die Vermarktung von Kalbfleisch ist nicht vergleichbar mit den bisher eingeführten Tierarten in der ITW. Denn es ist ein Premiumprodukt und nur 25 % nimmt der LEH ab. Die restlichen 75 % gehen an weiterverarbeitende Betriebe, Großhandel, Gastronomie und ans Fleischerhandwerk. Zudem liegt unsere Selbstversorgung bei nur 50 % und der größte Wettbewerber sind die Niederlande. Daher spielt bei Preisverhandlungen mit dem Lebensmitteleinzelhandel auch die Wettbewerbsfähigkeit eine Rolle“, sagt Markus Dammann, Vorsitzender der KDK. Zudem haben sich die Kälbermäster über die KDK und die QS-Teilnahme von Beginn an hohe Standards auferlegt.

Das sind die Kriterien

Die Kriterien hat eine...

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