Klöckner/Schulze

11,3 Mio. Euro Förderung für Waldbrandvorsorge

Die Bundesregierung stellt Fördermittel zur Waldbrandvorsorge bereit. U.a. soll eine Datenplattform für Feuerwehren zu Prävention, Management und Bewältigung von Schadensereignissen aufgebaut werden.

Bei 1.708 Waldbränden waren im Jahr 2018 bundesweit 2.349 ha Wald verbrannt. Das ist laut Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) die größte Waldbrandfläche seit 26 Jahren.

Auch aktuell besteht schon wieder hohe Waldbrandgefahr im Land. Um diese Gefahr zu minimieren und zielgerichtet zu bekämpfen, fördern das Bundesumwelt- und das Agrarministerium insgesamt 22 Forschungs- und Modellvorhaben. Die Projekte starten bundesweit zum 1. Mai und haben ein Volumen von insgesamt rund 11,3 Mio. Euro. Die Gelder stammen aus dem gemeinschaftlich finanzierten Waldklimafonds (WKF).

Darum geht es

Die Projekte sollen helfen, Dürreperioden in Zukunft besser zu überstehen, und umfassen grundlegende Forschungsarbeiten - beispielsweise um das ökologische, waldbauliche und technische Wissen zu Waldbränden zu erweitern oder die Waldbrandgefahr mit fernerkundlichen und meteorologischen Daten kartieren zu können. Ebenso werden Strategien für die Entwicklung feuerbeständiger und klimaresilienter Wälder auf Brandflächen entwickelt, wobei zugleich die Auswirkungen waldbaulicher Veränderungen auf Bodeneigenschaften und Bodenfauna, Pilze, Wild und Brutvögel untersucht werden.

Außerdem soll eine vernetzte Datenplattform für Feuerwehren zu Prävention, Management und Bewältigung von Schadensereignissen entstehen. Mit einem weiteren Vorhaben soll eine digitale Informations- und Aufklärungskampagne für Jugendliche in sozialen Medien zur Waldbrandprävention entwickelt werden. Auch kampfmittelbelastete Waldflächen sind Gegenstand der Untersuchungen. Dabei werden beispielsweise der Einsatz geschützter Forsttechnik erprobt sowie Leitfäden für Waldbesitzer zur Arbeitssicherheit und Haftung bei der Waldbrandnachsorge erarbeitet.

Stimmen

„Unsere Wälder sind dauerhaft gestresst: Nach zwei trockenen Jahren droht nun eine Frühjahrsdürre, die unseren Bäumen stark zusetzt. Auch die Waldbrandgefahr ist aktuell wieder hoch – allein in 2018 haben wir durch Brände eine Waldfläche verloren, die rund 3300 Fußballfeldern entspricht“, betont Bundeswaldministerin Julia Klöckner.

Mit dem Förderprogramm wollten die Ministerien diese Gefahr effektiv eindämmen. „Dabei drehen wir an vielen Stellschrauben, gehen es umfassend an: Mehr Aufklärungsarbeit, intensivere Forschung, eine bessere Vernetzung sowie den klimastabilen Umbau unserer Wälder. Zudem stehen den Ländern auch Gelder aus unserem gemeinsamen 800 Millionen-Wald-Hilfspaket für verschiedene Maßnahmen zur Waldbrandprävention zur Verfügung.“

Und Bundesumweltministerin Svenja Schulze ergänzt: „Der Klimawandel macht sich in unseren Wäldern deutlich bemerkbar, das macht mir große Sorgen. Die Dürre der letzten beiden Jahre hat schlimme Folgen für die Wälder und auch in diesem Jahr erleben wir bereits eine anhaltende Trockenheit und eine erhöhte Waldbrandgefahr.“ Laut Schulze sei ein Waldumbau notwendig, um die Forste an den unvermeidbaren Teil des Klimawandels anzupassen. „Misch- und Laubwälder können sich zum Beispiel meist besser an Extremwetter anpassen als reine Nadelholzwälder. Mit den neuen Projekten wollen wir unsere Wälder widerstandsfähiger machen und erproben, wie sich Schäden im Fall eines Waldbrandes begrenzen lassen.“

Svenja Schulze

Svenja Schulze hält einen Waldumbau wegen des Klimawandels für alternativlos (Bildquelle: BMU)


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