Waldhilfen

Antragstellung für 100 € Waldprämie kann starten

Ab Freitag können Waldbesitzer eine Prämie von 100 €/ha bei der FNR beantragen. Die Bundesregierung hat die dafür nötige Richtlinie fertig.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) hat heute die Förderrichtlinie für eine einmalige Waldflächenprämie erlassen. Diese Hilfen können ab Ende der Woche beantragt werden, teilt das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) heute mit. Die Förderrichtlinie werde am Freitag im Bundesanzeiger veröffentlich.

Bedingung ist eine Zertifizierung

Voraussetzung für den Erhalt der Prämie ist eine Nachhaltigkeits-Zertifizierung der Waldfläche nach den Programmen PEFC oder FSC. Die Zertifizierung kann bis zum 30. September 2021 nachgereicht werden. Eine Auszahlung der Prämie erfolgt, wenn die Zertifizierung vorliegt, heißt es beim BMEL weiter.

Größtes Aufforstungsprojekt der Bundesrepublik

Es soll das größte Aufforstungsprojekt in der Bundesrepublik werden. Rund 500 Mio. € will die Bundesregierung aus dem Corona-Konjunkturpaket als einmalige Waldflächenprämie bis Ende 2021 auszahlen. Die Prämie beträgt 100 €/ha. Der Bundestag hatte Anfang November dafür erste Voraussetzungen wie die Datenweitergabe durch die Berufsgenossenschaften und die Abwicklung der Anträge über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) beschlossen.

Folgende Voraussetzungen für die Prämie gibt es:

  • Die Nachhaltigkeitsprämie beträgt 100 Euro pro Hektar und richtet sich an private und kommunale Waldbesitzer, die mindestens 1 Hektar Waldfläche besitzen.
  • Anträge können natürliche und juristische Personen bis zum 30. Oktober 2021 stellen.
  • Die Antragstellung erfolgt in einem Online-Formular auf der Webseite www.bundeswaldpraemie.de.
  • Die Auszahlung der Prämie muss bis Ende 2021 abgeschlossen sein, da es sich um Mittel aus dem Corona-Konjunkturprogramm handelt.

Klöckner: „Gut angelegtes Geld“

„Mit der Nachhaltigkeitsprämie geben wir den Wäldern und der Forstwirtschaft eine Perspektive in schweren Zeiten“, sagte Bundesministerin Klöckner. In Wald investiertes Geld sei „gut angelegt“, so Klöckner weiter. Forstwirte und Waldbesitzer, die den Erhalt und den klimaangepassten Umbau des Waldes gestalten, leisteten viel für den Klimaschutz, hätten aber durch den Klimawandel selbst erhebliche wirtschaftliche Schwierigkeiten. „Ihnen greifen wir mit der Prämie unter die Arme – nach klaren Nachhaltigkeitskriterien“, sagte Klöckner.

Weitere Unterstützung für den Wald

Die Waldprämie ist ein Teil des Corona-Konjunkturpaktes „Wald & Holz“ in Höhe von insgesamt 700 Mio. €. Die restlichen 200 Mio. € sind vorgesehen für Investitionen in die moderne Forst- und Holzwirtschaft und um das Bauen mit Holz zu fördern. Bereits Anfang November wurde aus diesen Mitteln ein Programm in Höhe von 50 Mio. € gestartet, mit den Investitionen in IT-Hard- und Software, Maschinen, Geräte, Anlagen und Bauten, die in der nachhaltigen Forstwirtschaft und der mobilen Holzbearbeitung zum Einsatz kommen, gefördert werden. Die Antragstellung dafür läuft über die Landwirtschaftliche Rentenbank.


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