Agrarministerkonferenz

Bayern: Kaniber gegen weitere Stilllegungen von Wäldern

Rückenwind und klare Weichenstellungen für eine aktive Bewirtschaftung der deutschen Wälder – was Bayerns Agrar- und Forstministerin Kaniber von der Agrarministerkonferenz erwartet.

„Der Krieg in der Ukraine führt uns eindringlich vor Augen, wie wichtig Rohstoffsicherheit, regionale Lieferketten und eine unabhängige Energieversorgung sind. Wir können es uns nicht leisten, durch immer neue Nutzungseinschränkungen in unseren Wäldern ausgerechnet den umwelt- und klimafreundlichsten aller Rohstoffe auszubremsen – heimisches Holz“, so Kaniber im Vorfeld der Konferenz. Deshalb sei es unverzichtbar, über die aktive Waldwirtschaft Verbesserungen bei der Biodiversität zu erreichen und weitere Stilllegungen von Wäldern zu vermeiden. „Hier brauchen wir dringend ein Umdenken“, so die Ministerin.

Bund soll Holzbauinitiative rasch auf den Weg bringen

Zudem müsse der Bund rasch und mit allem Nachdruck die im Koalitionsvertrag vereinbarte Holzbauinitiative auf den Weg bringen. Kaniber: „Unsere Wälder sind der wichtigste Klimaspeicher, den wir haben. Aber der positive Klimaeffekt ist nochmals weit größer, wenn wir nicht nur die Bäume wachsen lassen, sondern auch das ständig nachwachsende Holz aus den Wäldern konsequent weiternutzen.“ Denn so werde das CO2 dauerhaft der Atmosphäre entzogen und klimaschädliche Baustoffe könnten zumindest teilweise ersetzt werden.

Kaniber fordert dauerhafte und wirksame Finanzhilfen

Darüber hinaus fordert die Ministerin dauerhafte und wirksame Finanzhilfen für aktive Maßnahmen der krisengebeutelten Waldbesitzer in Deutschland: „Der klimafeste Umbau unserer Wälder und die Wiederbewaldung von Kahlflächen bleibt noch für Jahrzehnte eine Mammutaufgabe, von der letztlich unsere gesamte Gesellschaft profitiert. Deshalb reicht es nicht aus, nur allein die Ökosystemleistungen der Wälder zu honorieren.“

Die Waldbesitzer bräuchten wirksame Hilfen für die Bewältigung von Klimaschäden und den notwendigen Aufbau klimafester Mischwälder. Die Ministerin fordert deshalb vom Bund, die 2023 auslaufenden Mittel aus dem Waldgipfel 2019 zu verstetigen und auch für die kommenden Jahre eine verlässliche Unterstützung in mindestens gleicher Größenordnung sicherzustellen. Bürokratische Hürden für die Länder müssten dabei vermieden werden.

Zudem will die Ministerin bei der Agrarministerkonferenz erreichen, dass der Bund langfristig wirksame finanzielle Anreize schafft, um die Pflanzung neuer Wälder und Gehölze attraktiver zu machen und voranzubringen.


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