Waldbewirtschaftung

Borkenkäfer in Bayern: Aprilwetter verzögert Schwarmflug

Der Borkenkäfer steht laut Bayerischer Anstalt für Wald und Forstwirtschaft in den Startlöchern, es fehlen nur noch die richtigen Temperaturen.

Wie die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) meldet, startete das Borkenkäfermonitoring 2021 pünktlich zum 01.April. Vielerorts standen die Fallen der LWF zufolge noch im Schnee. Es erfolgten nur Meldungen vereinzelter Anflüge an den Monitoringfallen. Der Schwärmflug verzögert sich stark.

In diesem Zusammenhang weist die LWF darauf hin, dass unter www.borkenkaefer.org ab sofort wieder tagesaktuell die regionale Gefährdungseinschätzung zum Buchdrucker- und Kupferstecherbefall, sowie die Daten der einzelnen Monitoringstandorte abgerufen werden können.

Damit ein Schwärmflug des Buchdruckers und Befall von Fichten erfolgen kann, müssen mehrere Bedingungen erfüllt sein:

  • Für den Schwärmflug muss die Lufttemperatur über 16,5 °C liegen.
  • Die Summe der Tageshöchsttemperatur über 8,3°C (Entwicklungsnullpunkt des Buchdruckers) ab 1. April muss 140 Tagesgrade überschreiten (bsp. Tageshöchsttemperatur 18,3 °C – 8,3°C = 10 Tagesgrade).
  • Eine Tagelichtlänge, wie sie ab Mitte April vorliegt, sorgt für ein zeitgleiches Fliegen der Buchdrucker.

Erster Schwärmflug Anfang Mai erwartet

Die Temperaturen verschiedener Waldklimastationen der LWF im April zeigen, dass die Bedingungen für einen Schwärmflug und Anlage der Bruten bisher nicht gegeben waren. Bei den bis zum 01. Mai 2021 prognostizierten Temperaturen in Bayern zeichnet sich ab, dass die benötigte Temperatursumme von 140 Tagesgraden in den tieferen Lagen bis 600 m ü. NN teil erreicht werden können.

Sobald es ab Anfang Mai zu warm-trockener Witterung kommt, muss in tieferen Lagen mit einem ersten, anhaltenden Schwärmflug gerechnet werden. Über 600 m ü. NN werden die benötigten Summen Anfang Mai voraussichtlich noch nicht erzielt. Der erste Schwärmflug wird hier noch einige Zeit dauern.

Keine Zeit bei der Aufarbeitung verlieren

Auch wenn der Schwärmflug der Fichtenborkenkäfer stark verzögert ist, sind die Fichtenborkenkäfer laut LWF startbereit. Daher zähle jeder Tag bei der Aufarbeitung und Verbringung von Borkenkäferholz zählt, um den Befallsdruck der ersten Schwärmwelle zu reduzieren. Daraus ergeben sich folgende Handlungsempfehlungen:

  1. Aufarbeitung: Schnellstmögliche Aufarbeitung von letztjährigen Befallsbäumen wenn die Rinde noch am Stamm ist.
  2. Verbringung bzw. Weiterbehandlung des liegenden Käferholzes: Ist eine Abfuhr in den kommenden zwei Wochen nicht möglich, dann ist befallenes Holz waldschutzwirksam zu behandeln:
  • Lagerung mind. 500 m vom nächststehenden Nadelholzbestandb.
  • ggf. Einsatz von Pflanzenschutzmitteln als Vorausflugsbehandlung
  • Lagerung in Silofolie verhindert das Ausschwärmen; die Käfer sterben zumeist aber nicht ab. Dies muss v.a. bei der Abfuhr berücksichtigt werden, da die Käfer unter der Folie ausharren und dann ausschwärmen können. Daher empfehlen wir, solche Polter erst zum Ende der Schwärmzeit zu öffnen.

Eine Entrindung befallener Fichten mit Jungkäfern oder fertigen Käfern unter oder in der Borke ist nicht waldschutzwirksam. Die Suche nach frischem Stehendbefall ist laut LWF erst nach Einsetzen des Hauptschwärmfluges sinnvoll.

Zum Borkenkäferinfoportal der LWF