Waldorientierte Jagd

Bundesjagdgesetz: BBV bekräftigt Grundsatz „Wald vor Wild“

Das neue Bundesjagdgesetz soll die Jagd zukunftsfähig machen. Landwirte und Waldbesitzer erwarten insbesondere Weichenstellungen zur Eindämmung von Tierseuchen und zum Aufbau klimastabiler Wälder

Die im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD vereinbarte Novelle des Bundesjagdgesetzes (BJagdG) geht in die entscheidende Phase. Viele Punkte stehen auf der Agenda. So sollen die Anforderungen an die Büchsenmunition (Bleiminimierung, hinreichende Tötungswirkung) und die Jäger- und Falknerausbildung einschließlich -prüfung überarbeitet sowie Schießübungsnachweise für Gesellschaftsjagden eingeführt werden, erinnert der Bayerische Bauernverband (BBV).

Aber es sind auch neue Regelungen im Bereich Wald und Wild vorgesehen. Das Ziel: eine an den Klimawandel angepasste Waldbewirtschaftung, bei der der dringend notwendige Waldumbau hin zu klimastabilen Mischwäldern möglichst ohne Schutzmaßnahmen durchgeführt werden kann, so der Bauernverband.

„Wir unterstützen das große und ganze Ziel“, sagt BBV-Waldpräsident Josef Wutz. „Für die Jagdrechtsinhaber sind die geplanten Regelungen zu einer konsequenten Ausrichtung der Jagd an den Zielen des Aufbaus klimastabiler Wälder von zentraler Bedeutung. Schließlich müssen unsere Waldbesitzer die riesigen Kalamitätsflächen der letzten Jahre wiederaufforsten und weitere rund 200.000 ha Wald bis 2030 klimafit machen. Das ist eine Herkulesaufgabe.“

Eine im Bundesjagdgesetz verankerte, flächendeckend stärker waldorientierte Jagd sei deshalb zwingende Voraussetzung, damit Waldbesitzer in Zukunft überhaupt in der Lage sind, zukunftsfähige Wälder zu erhalten und aufzubauen, so Wutz weiter. Notwendig ist seiner Meinung nach ein starkes politisches Signal, wie dies die Bayerische Staatsregierung im Waldpakt 2018 mit der Bekräftigung des Grundsatzes „Wald vor Wild“ gesetzt hat. Eine Abschwächung des Gesetzentwurfes in dieser wichtigen Frage wäre andererseits gleichbedeutend mit einem klaren Votum gegen den Wald und den Klimaschutz.

Die gesamte BBV-Bewertung der Novelle des Bundesjagdgesetzes, so wie sie auch vom Bayerischen Waldbesitzerverband und dem Verband Familienbetriebe Land und Forst Bayern gemeinsam erarbeitet wurde, finden Sie unter www.BayerischerBauernVerband.de/positionen

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Mit seiner Stellungnahme zur geplanten Jagdrechtsnovelle konterkariert der Bundesrat einheitliche Vorgaben für Jägerausbildung, Munition und Schießübungsnachweis, meint der Jagdverband.

Das Bundeskabinett hat heute eine umfassende Reform des Jagdrechtes beschlossen. Es enthält neue Ausbildungsinhalte und Vorschriften zur Jagd sowie zur Eindämmung von Wildverbiss im Wald.


Diskussionen zum Artikel

von Karlheinz Gruber

Traut sich denn keiner der Daumenrunter Fraktion

mal die Abknallereiforderung genau zu erläutern? Oder warum soll der Wald nicht auch Vorteilhaft mit PSM Mittel bewirtschaftet werden. Oder hetzt man gerne im Hintergrund gegen die Rehe, traut sich aber dann offen nicht zu Diskutieren. Wäre ja nicht die einzige Baustelle dann in der ... mehr anzeigen

von Erwin Schmidbauer

Ich bin zwar kein Daumen runter drücker

Aber wenn ich bei uns in die Flur sehe, dann sehe ich: Vertragsnaturschutzflächen, unbewirtschaftetes Ödland, Hecken, Feldraine mit Grasbewuchs und trotzdem gleichzeitig starken Verbiss auf den Flächen, da kommt teilweise nicht einmal die Brombeere hoch! Die Wahrheit ist selten ... mehr anzeigen

von Karlheinz Gruber

Jetzt habe ich aber die Schnauze voll von dem Mist mit Wald vor Wild

Ja ich bin Jäger. Und ich bin aber auch Waldbesitzer von ca. 8 ha Wald. Als mein Vater noch den Wald bewirtschaftete hatten wir Junganflug ohne Ende. Ein Nachpflanzen war nur in vereinzelten qm notwendig. Auch kamen Eichen, Ahorn, Tannen usw. Und alles wuchs ohne viel Verbisschutz. Beim ... mehr anzeigen

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