Forst

Bundestag setzt auf gezielten Waldumbau

Der Bundestag hat für einen gezielten Umbau der Wälder gestimmt. Wegen dem Überangebot an Holz sollen nun neue Lagermöglichkeiten sowie eine Beschränkung des Holzeinschlags geprüft werden.

Für den gezielten Umbau der Wälder in Deutschland hat sich der Deutsche Bundestag ausgesprochen. Angesichts der großen Waldschäden infolge von Stürmen, Trockenheit und Schädlingsbefall in den zurückliegenden beiden Jahren müsse ein standortgerechter Waldumbau mit Nachdruck unterstützt werden, um die Bestände widerstandsfähiger gegen den Klimawandel zu machen, heißt es in einem Antrag der beiden Koalitionsfraktionen.

Darin wurden an die Bundesregierung Forderungen unter anderem hinsichtlich der finanziellen Förderung des Waldumbaus, zum Holzeinschlag und zur Holznutzung, zum Pflanzenschutz im Wald und der Personalausstattung in der öffentlichen Forstverwaltung sowie zur forstwissenschaftlichen Forschung gestellt.

Lagermöglichkeiten prüfen

Der Bundestag fordert die Bundesregierung dazu auf, die Waldstrategie 2020 fortzuschreiben und zu einer Leitlinie für den Wald der Zukunft, gegebenenfalls zu einem bundesweiten „Pakt für den Wald“ weiterzuentwickeln. Zudem müsse sich die Bundesregierung dafür einsetzen, dass die Bundesländer im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) ausreichend Mittel zugunsten der Maßnahmengruppen A und F im Förderbereich 5 „Forsten“ vorsähen, um Waldschäden zu beheben und den Waldumbau voranzubringen.

Angesichts des Überangebots auf dem Holzmarkt müssten neue Lagermöglichkeiten für Holz sowie eine Beschränkung des Holzeinschlags auf Grundlage des Forstschäden-Ausgleichsgesetzes geprüft werden. Darüber hinaus sprach sich der Bundestag dafür aus, eine Holzbauoffensive 2030 aufzulegen. Angesichts der rasanten Ausbreitung von Schaderregern sei der integrierte Pflanzenschutz im Wald zu stärken.

Gegenüber den Bundesländern müsse die Bundesregierung darauf hinwirken, dass strukturelle Nachteile von Kleinwaldeigentümern auf dem Holzmarkt ausgeglichen würden, indem eine flächendeckende Beratung zum Beispiel durch Forstämter sichergestellt werde. Ferner sei zu gewährleisten, dass in der öffentlichen Forstverwaltung ausreichend Personal zur Verfügung stehe. Schließlich sei die forstwissenschaftliche Forschung auszubauen, etwa in den Bereichen Digitalisierung im Forst, biodiversitätsorientierter Holzbau und Forstpflanzenzucht.

Aufforstungsstrategie wichtig

In der Bundestagsdebatte unterstrich Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner die Wichtigkeit der Forstwirtschaft im Kampf gegen den Klimaschutz. „Wer dem Wald jetzt nicht aktiv wieder auf die Beine hilft, der verschiebt den Klimaschutz auf die lange Bank“, so die Ministerin. Einfach die Hände in den Schoss zu legen und allein auf die Naturverjüngung oder Verurwaldung zu warten, sei unverantwortlich.

Klöckner erinnerte an die Schwierigkeiten, mit denen der deutsche Wald aktuell zu kämpfen habe. Stürme und Trockenheit, Waldbrände und Schädlingsbefall hätten allein in diesem Jahr landesweit 180.000 ha geschädigt. Seit Herbst 2017 seien insgesamt rund 105 Mio Fm Schadholz angefallen, berichtete die Ministerin und verwies auf die sozialen und ökonomischen Funktionen des Waldes für den Menschen sowie den Beitrag der Baumbestände zum Klimaschutz. Vor diesem Hintergrund werde die Bundesregierung auch 2020 den Waldschutz gezielt vorantreiben.

Klöckners Fraktionskollege Alois Gerig räumte der Schadholzbeseitigung in der aktuellen Situation oberste Priorität ein. Wichtig sei es unter anderem, neue Absatzmärkte etwa im Export zu schaffen. Vor dem Hintergrund der jetzt vereinbarten CO2-Bepreisung appellierte er, diese „in Bezug auf den Wald honorierend umzusetzen“.

Der agrarpolitische Sprecher der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Artur Auernhammer, betonte die Wichtigkeit einer Aufforstungsstrategie, durch die auch geklärt werden müsse, wie landwirtschaftlich nicht mehr genutzte Agrarstandorte aufgeforstet werden könnten.


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