Waldschäden

Corona stellt die Waldbesitzer vor große Probleme

Die Coronakrise wirft auch die Aufräumarbeiten und Neubepflanzungen in den Wäldern zurück. Es fehlen Leute, Pflanzgutbestellungen bei Baumschulen müssen storniert werden und der Holzpreis ist am Boden

Stürme, Trockenheit, Borkenkäferbefall – Deutschlands Wälder haben in den vergangenen Jahren einiges mitgemacht, und die Waldbesitzer von einer großen Krise in die nächste gebracht. Die Aufräum- und Aufforstungsarbeiten finden immer noch statt, und die Schäden sind vielerorts von weitem zu erkennen.

„Die kahlen Flächen müssen dringend aufgeforstet werden, doch nun schlägt die Corona-Pandemie zusätzlich zu Buche“, sagt Norbert Leben, Präsident des Waldbesitzerverbandes Niedersachsen. Wie in der Landwirtschaft fehlen die Arbeitskräfte für die Wiederbewaldung, denn die nötigen Pflanzungen werden vielfach von Saisonarbeitskräften erledigt, berichtet der der Bauernverband Niedersachsen.

So zieht die Corona-Spirale auch die mit der Forstwirtschaft verbundenen Bereiche in ihren Bann. Die Pflanzgutbestellungen in Baumschulen werden aufgrund der fehlenden Arbeitskräfte teilweise storniert. „Corona verstärkt den niedrigen Holzpreis, der durch die enormen Schadholzmengen schon im Keller war“, führt Norbert Leben aus. Das aufgearbeitete Schadholz kann nicht aus dem Wald abgefahren werden.

Transport, Verarbeitung sowie Produktion sind deutlich eingeschränkt. Der internationale Markt nimmt kaum noch Holz auf, schildert Leben die erschwerenden Umstände. Zudem wird jetzt im April der Borkenkäfer wieder aktiv, es fällt weiteres Käferholz an. Daher stehen Honorierung und Monetarisierung der Ökosystemleistungen im Vordergrund. Holzerlöse und Förderung reichen nicht aus, um den Zwangsanfall aufzuarbeiten und Flächen wieder zu bewalden.

Waldbesitzer können seit Anfang April über die sogenannte Waldschutzrichtlinie Anträge stellen und über das Forstförderprogramm Maßnahmen zur Bewältigung der Extremwetterschäden im Wald und für den klimarobusten Waldumbau mitfinanzieren. „Die kompletten Kosten werden damit aber nicht abgedeckt“, bedauert Leben, gegenüber dem Landvolk.

Zum Schutz der Wälder vor den Auswirkungen des Klimawandels muss auch die Energiewende erfolgreich sein. Der Waldbesitzerverband sieht daher besonders ausgesuchte Standorte für Windkraftanlagen im Wald als aktive Klimaschutzmaßnahme an. Aber nur eine nachhaltige Waldbewirtschaftung erbringt die vielfältigen Ökosystemleistungen wie CO2-Senke, Wasserfilter und -speicher oder Erholungsraum. Wald und Holznutzung (Speicherung, Substitution) senken durch ihre CO2-Bindung die Treibhausgasemissionen in Deutschland um 14 Prozent.

„Flächenstilllegungen haben diesen Wert für den Klimaschutz nicht. Schon deshalb lohnt es sich, die niedersächsischen Wälder zukunftsfähig wieder aufzuforsten und zu bewirtschaften. Wir wollen sie als grüne Lunge und Quelle des Lebens und der Erholung erhalten. Und natürlich wollen wir auch den ökologisch erzeugten Rohstoff Holz nutzen“, hofft Norbert Leben auf eine schnelle und gezielte Umsetzung der Förderung.


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