Durchlässiger Zaun soll Wisent-Streit in NRW lösen

Im seit Jahren andauernden Streit um ausgewilderte Wisente im Rothaargebirge haben sich Waldbauern, Artenschützer und Politik auf einen Kompromiss verständigt. Ein durchlässiger Zaun soll die ausgewachsenen Tiere stoppen. Damit sollen in den nächsten drei bis fünf Jahren Erfahrungen gesammelt werden.

Mit einem für andere Tiere durchlässigen Wildzaun soll die Herde künftig auf einem abgegrenzten Projektgebiet im Staatswald gehalten werden, sagte der Landrat des Kreises Siegen-Wittgenstein, Andreas Müller (SPD), am Mittwoch. Der Zaun soll nur die riesigen Wisente stoppen, für kleinere Wildtiere und auch für Wanderer soll das Hindernis hingegen durchlässig sein, berichtet die Deutsche Presseagentur (dpa) weiter.

Zumindest in einer Übergangsphase von mehreren Jahren soll das Gebiet der umherstreifenden Riesen auf 1.500 Hektar Staatswald begrenzt werden. Durch Fütterungen sollen die umherstreifenden Tiere in das Areal gelockt werden. „Der Kompromiss schützt einerseits das Privateigentum der Waldbauern, ermöglicht es aber auch das Artenschutzprojekt fortzuführen. Gleichzeitig soll durch den speziellen Wildzaun, der nur Wisente abhält, die Offenheit des Waldes erhalten bleiben“, zitiert die dpa Müller weiter.

Die nun geplanten Maßnahmen sollen laut den Berichten noch 2019 umgesetzt werden. Sie gelten aber zunächst nur für eine Übergangsphase von drei bis fünf Jahren. Entscheidend für die Frage, ob und welche Zukunft die Wisente in den heimischen Wäldern haben, soll ein unabhängiges Gutachten sein, dass bisher allerdings weder vergeben noch erstellt wurde, heißt es weiter.

Der Konflikt um die Wisente währt bereits seit Jahren. 2013 wurden die ersten acht Wildrinder in die Freiheit entlassen. Wegen der Schäden der Tiere in den Wäldern versuchten die Waldbesitzer das Projekt gerichtlich zu stoppen. Die Richter des Bundesgerichtshofes appellierten im Herbst an Waldeigentümer und Wisent-Freunde, eine gemeinsame Lösung zu erarbeiten, statt auf die langwierige Klärung schwieriger Rechtsfragen zu warten. Eine Koordinierungsgruppe, bei der Waldbauern, Vertreter der beteiligten Landkreise Olpe, Siegen-Wittgenstein und Hochsauerland und Artenschützer gemeinsam an einem Tisch saßen, hat nun den gemeinsamen Weg aufgezeichnet. Die NRW Umwelt- und Agrarministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) war erstmals dabei und hatte den Vorschlag unterbreitet.

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Artikel geschrieben von

Stefanie Awater-Esper

Korrespondentin Berlin

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