Reportage

Energieholz: Im Wald mit dem 500 PS-MAN Chippertruck von Jenz Premium

Sepp Irlacher ist Hackschnitzelprofi. Wir haben den Unternehmer im Chiemgau besucht und uns angesehen, wie und womit er Energieholzschnitzel produziert.

Das sieht aus, als wenn jemand mit einem verlängerten Arm Zweige zusammenzieht. Wenn man Sepp Irlacher zusieht, wie er seinen Hacker mit dem Kran füttert, merkt man: Hier beherrscht jemand seinen Job. Er beschickt den Hacker so zügig, dass der Einzug kaum Leerlauf hat und aus dem Auswurfkrümmer ein satter Strahl in den Hakencontainer schießt. Wenn alles läuft, ist die 39 m³-Mulde in 15 bis 20 Minuten voll.

Der 39-jährige Unternehmer aus Schleching im Chiemgau hat sich ganz auf Energieholz-Hackschnitzel spezialisiert. Er setzt drei Chippertruck-Hacker (1x582, 2x583) von Jenz auf MAN-Fahrgestellen ein. Dazu kommen vier Lkw mit Hakenlift. Inklusive Chef arbeiten sechs Leute in dem Unternehmen, das im Internet auch unter www.mobilhacker.com zu finden ist.

Reportage im Wald

Wir treffen den Unternehmer direkt im Wald zu einem besonderen Reportagetermin. Wir wollen uns vor Ort ansehen, wie man effizient Hackschnitzel macht und was die Maschinen draufhaben. Bei unserem Termin im Juni hat Irlacher sein Stammfahrzeug in der Halle stehen lassen. Er war mit einem flammneuen Chippertruck HEM 583 Professional-Line auf einem MAN TGS 33.500 6x6 unterwegs. Der Motor des Vorführers liefert 500 PS und bis zu 2500 Nm Drehmoment ab.

Wir hatten außerdem die Gelegenheit, mit einem „eigenen“ Vorführer in den Wald zu fahren und die Hackschnitzel abzuholen. Mit der notwendigen Berufskraftfahrer-Qualifikation konnte der top agrar-Redakteur den Lkw mit dem neuen Hakengerät von Meiller über den ganzen Tag selbst fahren.

Das Hakengerät, der neue Abrollkipper RS26 hatte übrigens erst auf der Bauma 2019 Premiere. Durch eine komplett neue Konstruktion ist der RS26 ganze 700 kg leichter als sein Vorgänger und 3,5 cm niedriger. Die Hublast beträgt 26 t. Eine 80 l-Axialkolbenpumpe in Verbindung mit der proportionalen Funkfernbedienung (i.s.a.r.-control) sowie dem Schnellgang erlaubt das Aufziehen der Mulde je nach Beladung in nur 20 bis 30 Sekunden.

Unser Hakenlift-Fahrzeug für diesen Tag war ein MAN TGS 35.500 8x4-4 – also ein Vierachser mit zwei angetriebenen Hinterachsen und dritter Nachlaufachse. Mit dieser in Deutschland recht ungewöhnlichen Achsanordnung sind 32 t Gesamtgewicht möglich. Unser Container hatte eine Innenlänge von 6,50 m und 39 m³ Volumen. Durch die Chassis-Konstruktion zeigte sich das Fahrzeug im Wald erstaunlich wendig. Leer lässt sich die dritte Hinterachse natürlich liften.

Nur noch per Lkw

Sepp Irlacher hat vor einigen Jahren von zwei Hackern mit Zapfwellenantrieb hinter Schleppern komplett auf Lkw-Hacker gewechselt. Für den Lkw sprechen seiner Ansicht nach vor allem die geringere Außenbreite von 2,50 m anstatt 3 m und der bessere Fahrkomfort auf der Straße. Die geringere Außenbreite spielt vor allem im Hochgebirge eine wichtige Rolle. Hier punktet jeder Zentimeter weniger, wenn es eng wird und die Fahrzeuge aneinander vorbeimüssen. Auch der Arbeitskomfort ist beim Lkw besser, sagt der Unternehmer.

Bei unserem Besuch im Sommer sitzt er auf einem bequemen Sitz in der geräumigen Lkw-Kabine, die er sich fast auf Kühlschranktemperatur gebracht hat. Scheiben ersetzen einen Großteil der Kabinen-Rückwand und einen Teil der rechten Seite – eine Lösung, die übrigens direkt von MAN gebaut wird. Sepp Irlacher findet die Übersicht damit deutlich besser als in einer Traktorkabine mit Drehsitz. Vor allem im Gebirge hat er auch die Hangkante von seinem hohen Platz besser im Blick. Beim Traktor waren meist die Kotflügel im Weg.

...

Weiterlesen mit PREMIUM
Jetzt 30 Tage gratis testen
Mehr erfahren

Die Redaktion empfiehlt

Premium

Die Weißtanne kommt besser mit extremen Bedingungen klar als die Fichte. Wir haben zwei Förstern diskutiert, wie sich diese Baumart in Dauerwald-Konzepte einbringen lässt.

Premium

Jagd und Wald / News

Würzburg: Naturnaher Wald mit Küstentanne

vor von Guido Höner

Kann die Küstentanne helfen, die aufkommende Nadelholzlücke zu schließen? Die Förster des Juliusspitals in Würzburg haben Erfahrung mit dieser Baumart in einem naturnahen Wald.

Meldung verpasst? Wir verhindern, dass Sie nicht mitreden können. Tragen Sie sich jetzt für unseren Newsletter ein und wir benachrichtigen Sie über alle wichtigen Ereignisse rund um die Landwirtschaft.

Artikel geschrieben von

Redaktion Betriebsleitung, Geld, Steuern, Recht

Schreiben Sie Redaktion Betriebsleitung, Geld, Steuern, Recht eine Nachricht

Guido Höner

Chefredakteur top agrar

Schreiben Sie Guido Höner eine Nachricht

Das könnte Sie auch interessieren

Schnitzeln mit 500 PS

vor von Guido Höner

Erster Hack-Truck auf Volvo-LKW

vor von Sylvia Haury

Ausstellung Sepp Knüsel

vor von Nadine Maier

Gefräßiger Hack-Truck

vor von Sylvia Haury

Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

von Stefan Nieberg

Schlecht für die Humusbilanz

Für den Wald wäre es besser wenn das Wipfelholz vor Ort im Wald bliebe, von wegen Humusbilanz ...... Es gibt doch im Moment dickes Fichtenholz ohne Ende fast geschenkt....

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen