Waldkrise

Forstsachverständige mahnen fairen Wettbewerb und privates Unternehmertum an

Der Staat darf die Waldkrise nicht ausnutzen, um bestehende staatliche Einheitsforstverwaltungen zu stärken oder gar auszubauen, mahnen die freiberuflichen Forstsachverständigen.

Der Bundesverband der freiberuflichen Forstsachverständigen (BvFF) hat sein Positionspapier für die kommende Legislaturperiode veröffentlicht. Darin setzt sich der Verband für neue Strukturen und Förderinstrumente als Grundlage für die ökonomisch und ökologisch nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder, auch im Interesse der Waldeigentümer, ein.

Durch die vergangenen Kalamitäten wurden die Wälder in Deutschland stark geschädigt, sodass die Bewirtschafter vor extremen, teils existenziellen Herausforderungen stehen. Der BvFF hat acht Positionen formuliert, die Teil der Lösung dieser Krise sein sollten.

So begrüßt der Verband die Entscheidung des Bundestages zur Sicherung klimastabiler Wälder, zukünftig die Ökosystemleistungen zu honorieren. „Diese Honorierung muss an bestimmte Bewirtschaftungskriterien von aktiv bewirtschafteten Wäldern gekoppelt sein. Nur so kann auch eine langfristige Bindung von Co2 im Holz bzw. langlebigen Holzprodukten gewährleistet werden“, so Michael Storandt, Präsident des BvFF.

Ein Kernthema des BvFF ist ein faires Miteinander und echte Chancengleichheit zwischen staatlichen und privaten Dienstleistern. So darf die Waldkrise nicht dazu genutzt werden, bestehende staatliche Einheitsforstverwaltungen zu stärken oder gar auszubauen. Private Forstdienstleister stehen zur Bewältigung der vielfältigen Aufgaben in den Wäldern zur Verfügung. Die Staatsverwaltungen werden aufgefordert, ihre hoheitlichen Aufgaben und Dienstleistungen organisatorisch zu trennen und ihre Dienstleistungen kostendeckend anzubieten.

Zur zügigen Schaffung klimastabiler Mischwälder müssen sowohl Waldeigentümer als auch Forstdienstleister mit geeigneten Förderinstrumenten in die Lage versetzt werden, an diesem übergeordneten Ziel schnell und unbürokratisch arbeiten zu können. Der BvFF setzt sich daher für eine Aufnahme von Beratungsdienstleistungen freiberuflich tätiger Forstdienstleister in die Förderrichtlinien des Bundes und der Länder ein. Eine indirekte Förderung des kommunalen und privaten Waldbesitzes durch „nicht kostendeckende Dienstleistungen des Staates ist generell einzustellen“ so Michael Storandt. Die Waldbesitzer sind bundesweit direkt zu fördern.

Des Weiteren müssen die Instrumente der Inventurdatenerfassung der Wälder an die heutigen klimatischen Bedingungen angepasst werden. Die extremen Wetterverhältnisse sorgen für immer schnellere Veränderungen in den Wäldern. Ein ständiges und flächendeckendes Waldmonitoring, bis auf die Ebene der Forstbetriebe, mit regelmäßigen und aktuelleren Informationen sollte zur Verfügung gestellt werden.