Interview

Freiherr von Elverfeldt: „Wer CO2 speichert, sollte profitieren“ Premium

Der Wald speichert massiv CO2. Das sollte die Politik einbeziehen, sagt der Vorsitzende der Familienbetriebe Land & Forst, Frh von Elverfeldt. Bei Klimaschutz und Biodiversität will er Akzente setzen.

Wo wollen Sie die Familienbetriebe Land und Forst im politischen Berlin platzieren?

von Elverfeldt: Der bisherige Vorsitzende Michael Prinz zu Salm-Salm hat sich für den Verband 24 Jahre hervorragend eingesetzt. Darauf will ich aufbauen und eigene Akzente setzen – vor allem bei den Themen Klimawandel und Biodiversität, die uns massiv betreffen. Für uns ist die Stärkung des ländlichen Raums ein essenzielles Thema. Uns geht es um die unternehmerische Freiheit der Betriebe und das Eigentum. Damit einher geht das generationsübergreifende, nachhaltige Wirtschaften. Das funktioniert nur mit langfristiger Eigentumssicherheit.

Sehen Sie das Eigentum im ländlichen Raum in Gefahr?

von Elverfeldt: Die Diskussion über die Verstaatlichung von Wohneigentum in den Städten bereitet mir Sorge. Fraglich ist, ob das auf den ländlichen Raum überschwappt. Relevant ist für uns vor allem die Nutzungseinschränkung im Eigentum. Wir sind als Land- und Forstwirte doch als erstes daran interessiert, dass die Böden und der Wald in gutem Zustand sind.

Überlassen Sie die Agrarpolitik dem Bauernverband, wie es die DLG lange getan hat, oder mischen Sie sich mit eigenen Impulsen ein?

von Elverfeldt: Für uns ist klar, dass der Bauernverband das politische Sprachrohr für die Bauern in Deutschland ist. Genauso ist es mit dem Waldeigentümerverband. DLG-Präsident Paetow sitzt bei uns im Vorstand. Wir sollten uns besser zwischen den Verbänden zur Agrarpolitik abstimmen und gemeinsam nach draußen gehen, als miteinander konkurrieren.

Wie wollen Sie sich dem Druck der Gesellschaft zum Klima-, Arten- und Tierschutz stellen?

von Elverfeldt: Ich habe einen versöhnenden Ansatz und will mit allen Seiten sprechen. Positivbeispiel ist für mich Nordrhein-Westfalen. Dort hat es die Regierung geschafft, alle Beteiligten zu einer Artenschutzkonferenz zu versammeln. Wir sind dabei, gemeinsam Lösungen zu finden, wie wir die Artenvielfalt stärken. Dafür brauchen wir Möglichkeiten, mit denen der Artenschutz finanziell honoriert wird.

Das könnte über die Gemeinsame EU-Agrarpolitik GAP laufen. Wie bewerten Sie den Stand der Debatte?

von Elverfeldt: Wir unterstützen grundsätzlich die Position der Bundesregierung. Die Höhe des Agrarbudgets muss stabil bleiben,...

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Artikel geschrieben von

Redaktion Betriebsleitung, Geld, Steuern, Recht

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Stefanie Awater-Esper

Korrespondentin Berlin

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Diskussionen zum Artikel

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von Rudolf Rößle

Tatsächlich

kann mit Neuaufforstungen in Verbindung mit CO2 Zertifikaten wesentlich mehr Geld verdient werden, wie mit der eigentlichen Holznutzung. Gerade im jetzt geschädigten Wald ist dann vielleicht rechnerisch ein Kahlschlag lohnend. Danach eine Einstufung machen lassen und die CO2 Speicherung (Neuaufwuchs) regelmäßig geldlich zu verkaufen.

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