Ein Kommentar

Hilfe für NRW-Waldbauern naht

Absterbende Fichten, trockene Buchen: Das NRW-Umweltministerium reagiert mit einer Förderrichtlinie. 28 Mio. € stehen zusätzlich bereit. Doch Geld allein lässt keine Bestände wachsen.

Ein Kommentar von Wochenblatt-Redakteur Kevin Schlotmann:

Die Stimmung der Waldbesitzer war gelinde gesagt schon mal besser. Angesichts weiterhin ungebremst absterbender Fichten und der wachsenden Zahl trockener Buchen ist das auch kein Wunder. Für zusätzlichen Frust sorgt die Forderung der Säger nach Schadenersatz bei ohnehin rekordverdächtig niedrigen Holzpreisen.

Förderrichtlinie „Extremwetterfolgen“

Mit dem zunehmenden Unmut der Waldbauern wuchs zuletzt auch der Druck auf das nordrhein-westfälische Umweltministerium. Darauf hat Düsseldorf jetzt reagiert und die neue bzw. erweiterte Förderrichtlinie „Extremwetterfolgen“ veröffentlicht. Viele Waldbauern hatten monatelang auf die Nachricht des Ministeriums gehofft. Nicht zuletzt deshalb, weil Mitarbeiter der Forstverwaltung sie bereits beim Waldbauerntag in Werl Ende Januar „für die nächsten Tage“ angekündigt hatten.

Zusätzlich teilte die Landesforstverwaltung kürzlich mit, die Entgeltordnung für forstliche Dienstleistungen zu verlängern. Das bedeutet, die „direkte Förderung“ wird erst im übernächsten, statt im kommenden Jahr, eingeführt – das verschafft den forstlichen Zusammenschlüssen Luft.

Ein weiteres „Bonbon“ hat Umweltministerin Ursula Heinen-Esser in der dieser Woche verteilt: Weitere 28 Mio. € stehen nun für die Waldbauern bereit. In Summe sind das etwa 50 Mio. € und und mehr Zeit für den Kampf gegen die Waldschäden.

Kompliziertes Förderantragsverfahren

Geld allein lässt aber noch keine neuen Bestände wachsen. Viele Waldbesitzer sind mit dem komplizierten Förderantragsverfahren überfordert und monieren, warum die Förderrichtlinien „Extremwetterfolgen“ und die geltende Forstförderung parallel laufen, von denen aber nur eine in Anspruch genommen werden darf. Der Waldbesitzer ist gezwungen „nach dem günstigsten Angebot“ zu suchen und beispielsweise zwischen Förderhöchstgrenzen und De-minimis-Regelungen abzuwägen. Das ist unnötig und muss einfacher gehen!

Trotz aller Kritik darf aber nicht in den Hintergrund geraten: Aktuell stellt das Land mehr Geld zur Verfügung, als die Waldbesitzer nach Kyrill für die gesamte Wiederbewaldung abgerufen haben. Die Forstämter sind bemüht, die Waldbauern bei der Antragsstellung zu unterstüzten und die Förderanträge rasch zu bearbeiten, damit das Geld zeitnah auf der Fläche ankommt. Letztlich sind aber die Waldbesitzer als Unternehmer gefordert, die „Fördermillionen“ abzurufen. Um noch dieses Jahr von dem Geld zu profitieren, bleibt wenig Zeit. Wer bereits diesen Herbst die ersten Schadflächen wiederaufforsten will, sollte nicht zu lang warten.


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