Landwirtschaftliche Sozialversicherung​

Jagdverband: Pflichtmitgliedschaft bei der SVLFG ist überholt​

Die Zahl meldepflichtiger Jagdunfälle sinkt weiter. Nur 0,6 % der Jagdreviere meldeten 2021 einen Unfall bei der SVLFG. Der DJV hält die Pflichtversicherung für zu teuer und nicht zeitgemäß.​

Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forst und Gartenbau (SVLFG) vermeldet für das Jahr 2021 weiter sinkende Zahlen der meldepflichtigen Jagdunfälle. In nicht einmal einem Prozent der über 58.000 Jagdreviere in Deutschland habe sich demnach ein zu meldender Unfall ereignet.

Josef Schneider, Präsidiumsmitglied des Deutschen Jagdverbandes (DJV) bezeichnet die Pflichtmitgliedschaft aller Jagdrevierinhaber in der SVLFG vor dem Hintergrund solch niedriger Unfallzahlen als „Anachronismus“. „Die meisten Jägerinnen und Jäger sind anderweitig abgesichert, eine so teure Zwangsversicherung ist nicht zeitgemäß“, betont Schneider. Für Jagden, in denen Angestellte beschäftigt seien oder solche, die Teil eines land- oder forstwirtschaftlichen Betriebes seien, hält er eine Mitgliedschaft in der SVLFG für genau richtig.

Unfallzahlen in der Jagd sinken um ein Siebtel

Gemeldet wurden der landwirtschaftlichen Sozialversicherung im vergangenen Jahr insgesamt 364 Jagdunfälle in 0,6 % der 58.627 versicherten Jagdreviere. Damit sinken die Unfallzahlen um etwa ein Siebtel gegenüber 2020.

Laut SVLFG sind aktuell 1,4 Mio. Unternehmen bei der Sozialversicherung pflichtversichert. Davon meldeten 2021 durchschnittlich 4,3 % einen Unfall. Das sind 7-mal mehr Unfälle als bei der Jagd.


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