Klimawandel

Lies fordert einen nationalen Generalplan zum Klimaschutz

Niedersachsens Umweltminister Lies stellt in seinem Land dramatische Waldschäden durch den Klimawandel fest. Er fordert ein EU-Waldkonzept und eine Holzoffensive unabhängig von der Kassenlage.

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies schlägt Alarm: Der Klimawandel schädige Wälder und Moore in einem dramatischen Tempo, wie sich jetzt überall zeigt, warnte er am Donnerstag.

Nach der bereits erreichten Erderwärmung von 1,6 Grad in Niedersachsen würden bereits großflächig die Fichten absterben, auch Buchen und andere Baumarten würden leiden. Er fordert deshalb auch unter dem Eindruck des jüngsten Gutachtens des Weltklimarates zum Thema Wälder und Moore eine radikale Kehrtwende in der Klimapolitik.

„Geradezu absurd ist es, wenn Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner allein den Borkenkäfer und die aktuelle Dürre für den Zustand der Wälder verantwortlich macht. Wer jetzt noch immer nicht verstanden hat, dass der Kampf gegen den Klimawandel oberste Priorität haben muss, der wird die drohenden Folgen hautnah spüren: Überflutete Deiche, baumlose Gebirgslandschaften und ein Wetter, bei dem sich Stürme, Dürren und Überschwemmungen abwechseln. Deshalb brauchen wir in Deutschland endlich einen nationalen Generalplan zum Klimaschutz“, so der Politiker weiter.

Der Klimaschutz als überragendes politisches Ziel gehört seiner Meinung nach längst in die Verfassung. Das Credo müsse dabei lauten: Kein Klimaschutz nach Kassenlage. „Klimaschutz muss mutig, gerecht, sozial und generationenübergreifend sein". Lies zudem fordert Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier auf, seine Rolle als Bremser der Energiewende aufzugeben. „Wir müssen mit einem Kraftakt die Energieversorgung komplett auf Erneuerbare Energien umstellen", sagte er.

Der Umweltminister plädiert für einen naturnahen und ökologischen Umbau der Wälder in Niedersachsen. Das Konzept, zehn Prozent der Waldflächen naturnah aufwachsen zu lassen, könnte über die Landesforsten hinaus auf weitere Waldbesitzer wie beispielsweise den Kommunalwald ausgeweitet werden. Lies zeigt in diesem Zusammenhang große Sympathie für das Schwedische Modell, für einen gefällten Baum drei neue anzupflanzen. Doch weltweit passiere genau das Gegenteil, so Lies, der zudem ein europäisches Waldkonzept vermisst.

Der Präsident der Landesforsten, Klaus Merker, verlange zu Recht eine regelrechte „Holzoffensive" für Niedersachsen, betont der Umweltminister. Geld dazu müsse aus dem Klimafonds kommen. Auf schnellwachsende Monokulturen oder exotische Baumarten zu setzen, lehnt Lies ab: „Notwendig ist eine intelligente und ökologische Waldentwicklung mit klimaresilienten Baumarten. Fatal wäre es, künftig Wälder zugunsten neuer Ackerflächen abzuholzen", betont Lies.

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