Waldumbau

Neupflanzung von über 6 Mio. Laubbäumen im Nationalpark Harz

Aufforsten im großen Stil: In den letzten 12 Jahren wurden im Nationalpark Harz 6,4 Mio. Laubbaum-Setzlinge gepflanzt. Denn ein Großteil des Waldes ist abgestorben.

Der rund 25.000 ha umfassende Nationalpark Harz bestand bisher aus rund 80 % Fichtenwald. Laut Nationalparkleiter Roland Pietsch sind mittlerweile 90 % aller Fichten durch Borkenkäfer, Dürren und weitere Extremwetterereignisse abgestorben. Das sich nun bietende Bild der Natur ist erschreckend und faszinierend zugleich.

Robuste Laubmischwälder ersetzen schwache Fichten

Über eine halbe Million Bäume wurden laut Nationalparksprecher Martin Baumgartner allein in diesem Jahr von Freiwilligen, Forstleuten und Park-Mitarbeitern gepflanzt. Dadurch entstehen fast 4.000 ha Umwandlungsfläche, vor allem in den Randbereichen des Schutzgebietes. Zum größten Teil sollen Buchen die abgestorbenen Fichtenwälder ersetzen und einen kräftigen jungen Naturwald bilden. Das Saatgut der Setzlinge stammt ausschließlich aus dem Harz selbst.

Monokultur Fichtenwald

Über Jahrhunderte hat der Mensch den Wald durch wirtschaftliche Nutzung geformt. Besonders Fichtenholz ist laut dem LWF durch die Vielfältigkeit der Verwendungsmöglichkeiten zum mengenmäßig wichtigsten Holz Mitteleuropas geworden. In der Vergangenheit wurden deshalb fast ausschließlich schnellwachsende Fichten im Harz angepflanzt, obwohl der Standort suboptimal für die Baumart ist. Das macht die Kulturwälder so anfällig für die klimawandelbedingten Wetterextreme. Der Borkenkäfer nutzt diese Anfälligkeit aus und ist in der Lage sich in geschwächten Monokultur-Wäldern explosionsartig zu vermehren.

Waldsterben

Rund 90% der Fichten im Harz sind abgestorben. Den Besuchern bietet sich ein erschreckendes und gleichzeitig faszinierendes Bild. (Bildquelle: LV)

Der Nationalpark hat die Aufgabe, diese Kulturwälder mithilfe von Waldentwicklungsmaßnahmen zu Naturwäldern zu formen. Fichtenwälder werden dabei unter anderem mit heimischen Buchen unterpflanzt, die hier das Zentrum ihres natürlichen Verbreitungsgebietes haben. Buchenwälder würden ohne menschliches Wirken zwei Drittel der Nationalparkfläche bedecken, aktuell wachsen laut Angaben des Parks aber nur auf einem knappen Fünftel der Fläche Laubwälder.

Gegen ihre Konkurrentin, die Buche, kann sich die Fichte natürlicherweise nur in den Hochlagen und an Moorrändern behaupten. In der mitteleuropäischen Pflanzenwelt käme sie ohne menschliches Eingreifen deshalb nur in Mittel- und Hochgebirgen vor.

Vegetationszonen

Das Vegetationsprofil des Nationalparks ist dominiert von Buchenmischwäldern- die Fichte siedelt sich in den hohen Lagen an. (Bildquelle: Nationalpark Harz)


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