Klimawandel

Sachsen-Anhalts Waldbesitzer sollen Forst umbauen

Sachsen-Anhalt verfolgt das Ziel, klimastabile Waldstrukturen aufzubauen. Dazu gehört der Ersatz von Nadelbaumarten auf ungeeigneten Standorten durch standortgerechte Baumarten und die Erhöhung des Laubholzanteils auf der Gesamtfläche. Der Aufbau von mehrschichtigen Mischwäldern hat dabei Vorrang.

Rodung (Bildquelle: TiM Caspary / pixelio.de)

Sachsen-Anhalts Umweltministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert hat am Donnerstag zusammen mit Prof. Dr. Johannes Eichhorn, dem Leiter der Abteilung Umweltkontrolle der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt, den Waldzustandsbericht 2018 für das Bundesland vorgestellt.

Nach Sturm, Dürre und Borkenkäfer sei klar geworden, dass der Klimawandel in den Wäldern angekommen ist, so Prof. Dalbert. Deshalb sei die Situation in den Wäldern Sachsen-Anhalts sehr ernst. "Die wissenschaftlichen Ergebnisse des Waldzustandsberichts 2018 bestätigen die schädlichen Auswirkungen der Klimaveränderung. Deshalb werden wir unsere Wälder jetzt verstärkt umbauen, damit sie fit für die Klimaveränderung werden“, sagte die Ministe

Prof. Eichhorn ergänzte: „Die Ergebnisse zeigen, dass der Klimawandel mess- und sichtbarer wird und er bereits die Wuchsbedingungen für die Bäume in den heimischen Wäldern verändert. Das ganze Ausmaß der Waldschäden insbesondere aufgrund der Dürre wird sich jedoch erst in den Folgejahren zeigen und in den kommenden Waldzustandserhebungen dokumentiert werden. Die Erhebung 2018 zeigt uns bereits teilweise den Einfluss der diesjährigen warm-trockenen Witterung auf: Über alle Baumarten gesehen verschlechterte sich der Kronenzustand erstmals nachdem er in der vergangenen Dekade stabil geblieben war.“

Die mittlere Kronenverlichtung der Waldbäume in Sachsen-Anhalt erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um vier Prozentpunkte auf 21 Prozent. Der Anteil starker Schäden wie zum Beispiel vorzeitiger Blattabfall oder Totastbildung hat sich in diesem Jahr verdoppelt. Er liegt mit aktuell 5,9 Prozent über dem Mittel der Zeitreihe mit 2,5 Prozent. Betroffen mit hohen Kronenverlichtungswerten sind insbesondere die anderen Laubbäume wie Esche, Ahorn und Hainbuche sowie die Kiefer. Die Eichen und Buchen erwiesen sich dahingegen als stabil.

Weitere ausgewählte Ergebnisse des Waldzustandsberichtes für Sachsen-Anhalt 2018:

Der Waldumbau ist daher für Dalbert eine zentrale und gesamtgesellschaftliche Aufgabe, für welche die Waldzustandserfassung wichtige Informationen liefert. Sachsen-Anhalt verfolgt das klare Ziel, klimastabile Waldstrukturen aufzubauen. Dazu gehört der Ersatz von Nadelbaumarten auf ungeeigneten Standorten durch standortgerechte Baumarten und die Erhöhung des Laubholzanteils auf der Gesamtfläche. Der Aufbau von mehrschichtigen Mischwäldern hat dabei Vorrang. Zukünftige Waldgenerationen werden damit über ein höheres Maß an Vitalität und Stabilität gegenüber biotischen und abiotischen Schadereignissen verfügen, auf den Klimawandel besser reagieren können und die Waldfunktionen nachhaltig sichern.

Für den Waldumbau stehen die Forstbehörden laut der Ministerin den Waldbesitzenden mit Rat und Tat zur Seite. Beim Aufbau von mehrschichtigen Mischwäldern unterstütze das Land zudem die Waldbesitzer mit Fördermitteln. Im Rahmen des Förderprogramms Waldumbau sind Mittel für die Wiederherstellung von Wäldern unter anderem nach Schadereignissen von der EU sowie des Bundes und des Landes in Höhe von neun Millionen Euro für die Jahre 2019 bis 2021 eingeplant.

Der Waldzustandsbericht kann im Internet unter folgendem Link abgerufen werden: https://mule.sachsen-anhalt.de/landwirtschaft/forst/waldschutz/

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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