Wolfsgebiet Schermbeck

Shetlandpony in Bottrop vom Wolf getötet

Auf einer Weide in Schermbeck fanden die Besitzer eines Shetland Ponys ihr Tier nur noch tot vor. Das Senckenberg-Institut hat nun bestätigt, dass es ein Wolfsriss war.

In der Nacht vom 25. auf den 26. Oktober 2020 wurde auf einer Weide in Bottrop-Kirchhellen ein 28 Jahre altes Shetlandpony tot aufgefunden. Die inzwischen vorliegende pathologische Untersuchung durch das zuständige Chemische und Veterinäruntersuchungsamt in Münster sowie die genetische Untersuchung von Abstrichproben durch das Senckenberg Forschungsinstitut in Gelnhausen haben bestätigt, dass das Pony von einem Wolf getötet wurde. Das teilt das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) mit.

In Nordrhein-Westfalen ist der aktuelle Fall der erste durch einen Wolf verursachte Schaden an einem Pferd bzw. einem kleinen Pony seit dem ersten Nachweis eines Wolfs in NRW im Jahr 2009. In Deutschland wurden im zurückliegenden Jahr 2019 elf Übergriffe auf Pferde registriert, was 0,38% aller geschädigten Haus- und Nutztiere entspricht.

Die Landwirtschaftskammer NRW bietet eine ausführliche Beratung zu den möglichen Herdenschutzmaßnahmen für alle Weidetierhalter an: https://www.landwirtschaftskammer.de/landwirtschaft/tierproduktion/schafhaltung/haltung/wolfsgebiete.htm

Karte

Gesamtkarte von Nordrhein-Westfalen mit allen Wolfsgebieten (rote Umrandung) und Pufferzonen (schraffiert), Stand September (Bildquelle: LANUV)

Weitere Nachweise

Das LANUV bestätigt zudem weitere Wolfsnachweise in dem Gebiet. So wurde am 28. August 2020 in der Gemeinde Schermbeck (Kreis Wesel) ein totes Rotwildkalb auf einem Stück Grünland gefunden. Anhand der DNA-Analyse konnte der im Territorium Schermbeck ortstreue Rüde GW1587m nachgewiesen werden. Ein weiterer Nachweis dieses Rüden gelang am 22. September 2020 durch die Beprobung eines Rehkadavers auf einer Wiese außerhalb von Bottrop-Kirchhellen.

Über den Fund zweier Losungen am 20. Juni 2020 und am 20. September 2020 in Hünxe (Kreis Wesel) konnte ebenfalls ein Wolf nachgewiesen werden. Eine Individualisierung war in beiden Fällen nicht möglich.

Am 25. Oktober 2020 gelangen in Bottrop-Kirchhellen mithilfe einer Fotofalle Aufnahmen von zwei Wölfen. Alle Dateien wurden durch die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf geprüft. Alter, Geschlecht und Identität der betreffenden Wölfe sind auf den Aufnahmen der Fotofalle nicht zu erkennen.

Bei Haus- und Nutztierschäden mit Wolfsverdacht ist es laut LANUV wichtig, innerhalb von 24 Stunden eine Probenahme für die genetische Auswertung zu sichern. Betroffene Tierhalter sind gebeten, sich unmittelbar nach dem Auffinden getöteter Tiere an das Landesumweltamt (LANUV) zu wenden, werktags Tel.: 02361-305-0, Außerhalb der Geschäftszeiten Tel.: 0201-714488.

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Diskussionen zum Artikel

von Marc Rollinger

Und so weiter geht es

Bis irgentwann ein Kind vom Wolf getötet worden ist, oder ein Jogger gefressen....Ein dreifach Hoch auf unsere Wolfbefürworter. Geschichte im Allgemeinen sollte die Menschheit Lehren aus der Vergangenheit ziehen lassen. Mann kann aber auf vielen Ebenen nur noch das Vakuum der ... mehr anzeigen

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