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So bekommen Landwirte Wildschäden ersetzt Premium

Landwirte müssen sich an strenge Verfahrensvorschriften halten, um Wildschäden ersetzt zu bekommen. Acht Tipps helfen, die Ansprüche durchzusetzen.

Verspätete Meldungen, unvollständige Protokolle oder auch blindes Vertrauen bringen Landwirte oftmals um den Wildschadenersatz. Solche Fehler lassen sich vermeiden!

1. Richtig melden

Landwirte müssen einen Wildschaden innerhalb einer Woche nach Feststellung bei der Behörde melden. Nur dann besteht Anspruch auf Wildschadenersatz. Für die Meldung verwenden Sie möglichst das Behördenformular. Darin werden wesentliche Angaben, wie z.B. die Flächenbezeichnung und die Unterschrift des Geschädigten, abgefragt. Als Ersatzpflichtigen geben Sie den Jagdpächter an, soweit dieser den Wildschadenersatz vertraglich übernommen hat. Am besten faxen Sie die Meldung zur Behörde, dann können Sie den Sendebericht ggf. als Nachweis verwenden. Geben Sie die Meldung persönlich ab, sollten Sie sich einen Nachweis über die rechtzeitige Meldung geben lassen.

Wiederholt auftretende Schäden müssen Sie unter Einhaltung der Wochenfrist jedes Mal neu melden.

2. Einigung protokollieren

Glauben Sie, sich ohne Behörde mit dem Jagdpächter einigen zu können, sollten Sie den Schaden zur Fristwahrung dennoch melden. Soweit in Ihrem Bundesland noch Ortstermine mit der Behörde gemacht werden, können Sie aber signalisieren, dass zunächst kein behördlicher Ortstermin notwendig ist und gleichzeitig eine zeitnahe Rückmeldung zum weiteren Verlauf ankündigen. Machen Sie dann unbedingt in den nächsten Tagen nach Meldung des Wildschadens einen Termin mit dem Jagdpächter.

Kommt es dann beim außerbehördlichen Ortstermin zu einer Einigung, sollte der konkrete Inhalt schriftlich festgehalten und von beiden Parteien unterschrieben werden – auch: wer, wem, wann wie viel Geld zu zahlen hat. Dann haben Sie zumindest eine einfache Beweisurkunde.

Einigen Sie sich nicht, sollten Sie dies der Behörde sofort rückmelden und diese auffordern, umgehend einen behördlichen Ortstermin zu organisieren.

3. Regelmäßige kontrolle

Als Landwirt sind Sie verpflichtet, Ihre Schläge in der Vegetationsperiode mindestens alle vier Wochen zu kontrollieren. Besonders gefährdete Schläge, auf denen z.B. gehäuft Wildschäden auftreten oder sich Getreide in Milchreife befindet, müssen Sie u.U. jede Woche kontrollieren. Tun Sie das nicht und melden Sie einen Wildschaden, der schon vor Wochen oder auch Monaten entstanden ist, z.B. erst kurz vor der Ernte, gilt die Meldefrist als abgelaufen. Denn diese beginnt zu laufen, wenn Sie den Schaden hätten feststellen können.

Landwirte sind gut beraten, wenn sie Notizen zur ihren Kontrollgängen an den jeweiligen Schlägen machen. Auch Fotos zum ...

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Artikel geschrieben von

Anne Schulze Vohren

Redakteurin Betriebsleitung

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