Forschung

Stickstoffeinträge verringern Biodiversität im Wald

Stickstoffeinträge in Wälder verändern die ökologische Nische für bestimmte Pflanzen, die damit nicht klarkommen, berichten Forscher.

Chronische und exzessive Stickstoffeinträge in Wäldern setzen Pflanzenarten mit einer geringeren geografischen Verbreitung unter Druck. Zu diesem Schluss kommt eine Studie, die unter Leitung des Deutschen Zentrums für Integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) und der Universität Halle-Wittenberg durchgeführt wurde.

Demnach konnten die Wissenschaftler zeigen, dass die Nährstoffeinträge in weiten Teilen Europas mit einer erhöhten Aussterbewahrscheinlichkeit solcher Arten in Zusammenhang stehen. Zurückzuführen sei das nicht so sehr auf die geringe Populationsgröße der betroffenen Pflanzen, sondern vielmehr auf ihre ökologische Nische.

Die weniger weit verbreiteten Arten seien oft an relativ nährstoffarme Böden angepasst. Als Folge der Nährstoffeinträge verbreiten sich den Forschern zufolge zugleich stickstoffliebende, teils exotische Arten. Der Artenreichtum der einzelnen Wälder habe sich daher im Durchschnitt nicht verringert, der Gesamtartenreichtum hingegen schon.

Basierend auf ihren Untersuchungen gehen die Wissenschaftler von einem Rückgang um 4 % während der letzten Jahrzehnte aus. Zu bedenken sei allerdings, dass die Untersuchungsstandorte in geschützten Waldgebieten lägen; wenn man forstwirtschaftlich genutzte Wälder mit einbeziehen würde, könnte der Rückgang weitaus größer ausfallen. Für die Studie wurde laut iDiv die Veränderung der Artenvielfalt krautiger Pflanzen an insgesamt 68 verschiedenen Waldstandorten in Europa untersucht.


Diskussionen zum Artikel

von Andreas Gerner

AdBlue?

von Christoph Blankenburg

Diese Entwicklung kann auch anders interpretiert werden

Unsere Wälder sind im ausgehenden Mittelalter bis zum Beginn der Neuzeit vielerorts regelrecht ausgebeutet worden. Über den Zuwachs hinaus gehende Nutzung von Bau- und Brennholz und selbst Laubgewinnung zu Einstreuzwecken und Waldweide bis hin zu den Reparationshieben nach dem zweiten ... mehr anzeigen

von Gerhard Steffek

Das einzig Beständige ist der Wandel -

nur den wollen wahrlich Einige nicht wahr haben. Dabei sollten sie bedenken, daß ausgerechnet das Tod ist, was sich nicht mehr ändert. Damit schützen dann unsere "Naturschützer" ausgerechnet das, was sie zu schützen trachten, zu Tode. Intelligenz kommt anders zum Tragen.

von Gerd Uken

Sicherlich eine interessante Studie

Wer ist aber verantwortlich für den Stickstoffeintrag? Aus der Landwirtschaft kommt der Dünger ja sicherlich nicht. Bleiben ja nur Verkehr incl. Flugzeuge, Industrie und der Mensch selber als Verursacher in Frage. In wie weit spielt das dann auch auf unseren Böden beim ... mehr anzeigen

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