Bayern

Wald: Endlich wieder genug Wasser

Dank der teils überdurchschnittlichen Niederschläge in den vergangenen Monaten sind die Wasserdefizite in den bayerischen Wäldern wieder weitgehend ausgeglichen.

Frösteln im viel zu kühlen April, schneebedeckte Bergspitzen an Christi Himmelfahrt, die Vegetation verharrt im Dauerregen. Doch nach mehreren Jahren in Folge mit Hitze, Borkenkäfer und Wassermangel starten 2021 die bayerischen Wälder erstmals wieder unter günstigen Rahmenbedingungen in die Vegetationsperiode. „Der Sommer kann kommen!“ freut sich Waldklimaexperte Hans-Peter Dietrich von der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF).

Kälte drängt Borkenkäfer zurück

Rechtzeitig zum Start in die neue Vegetationsperiode sind die Wasserspeicher der Waldböden in Bayern mit wenigen Ausnahmen wieder gut gefüllt, ein Großteil der bayerischen Wälder ist bestmöglich gerüstet für den Sommer. Bei Dr. Stephan Raspe (LWF) laufen die Daten aus den bayerischen Waldklimastationen zusammen und er bestätigt: „Die Startbedingungen sind gut! Heuer wird es nur vom kommenden Sommer abhängen, wie sich die Wuchsbedingungen für die Bäume entwickeln.“

Auch das Borkenkäfermonitoring der LWF hat gute Neuigkeiten: Dank der gefühlt winterlichen Temperaturen des kältesten Aprils seit 24 Jahren ist die Borkenkäferentwicklung in diesem Jahr stark verlangsamt. Wald, Waldbesitzer und Förster atmen auf, bleiben aber aufgrund der hohen Populationsdichten der Vorjahre weiterhin wachsam.

Extreme Sommer: Bisher noch Ausnahme

Noch gibt es Grund zu erwarten, dass Jahrhundertsommer wie die zwischen 2003 und 2020 nicht die neue Normalität sind. Denn ein ausgeprägter Rückgang der Sommerniederschläge, verglichen mit der vorangegangenen Klimaperiode 1961 bis 1990, ist bayernweit im langjährigen Mittel nicht festzustellen. Extremjahre sind bislang noch die Ausnahme, wenngleich folgenschwere. Die Jahrhundertsommer in jüngster Vergangenheit haben bestätigt, dass selbst alte und vitale Wälder in extremen Sommern auf guten Böden an ihre Grenzen geraten. Und nicht alle Baumarten sind den künftigen Herausforderungen gleichgut gewachsen.

Klimagrafik

Ein ausgeprägter Rückgang der Sommerniederschläge, ist - verglichen mit der Klimaperiode 1961 bis 1990 - bayernweit im aktuellen langjährigen Mittel nicht festzustellen (Bildquelle: LWF)

Alle Daten, Diagramme und Informationen zur Wasserversorgung in Bayerns Wäldern zum Start in die Vegetationsperiode 2021 finden Sie hier.

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