AGDW

Waldbesitzer rechnen mit anhaltender Krise

Für die Waldbauern dürfte auch das neue Jahr keine guten Botschaften enthalten

Die Waldbesitzer in Deutschland rechnen mit einem weiteren sehr schwierigen Jahr. Vertrocknete Bäume, Schädlings- und Pilzbefall an allen Baumarten sowie Waldbrände hätten den Wäldern in Deutschland im vergangenen Jahr sehr geschadet.

„Wir müssen damit rechnen, dass sich diese Krise im aktuellen Jahr fortsetzt“, erklärte der Präsident der „Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände (AGDW) - Die Waldeigentümer“, Hans-Georg von der Marwitz.

Angesichts der Katastrophe in Australien „müssen wir uns auch in Europa wieder auf extreme Wetterereignisse einstellen“, so der AGDW-Präsident. Der Verband wird sich laut von der Marwitz auch 2020 für die Wiederbewaldung mit klimaresilienten Baumarten, für eine CO2-Abgabe, die dem Wald zugutekommen soll, und für eine Stärkung des Holzbaus nach österreichischem oder schweizerischem Vorbild stark machen. Dies seien zentrale Herausforderungen, die die AGDW angehen wolle.

Einerseits müsse für eine zukunftsfähige Wiederbewaldung gesorgt werden, die den unterschiedlichen Funktionen des Waldes Rechnung trage. „Andererseits setzten wir uns für eine stärkere Verwendung des Rohstoffes Holz etwa im Hausbau ein“, sagte von der Marwitz. Schließlich sei Holz langlebig und sein Einsatz gelebter Klimaschutz. Darüber hinaus müssten die Ökosystemleistungen des Waldes künftig mehr honoriert werden, betonte der AGDW-Präsident.

Er verwies in dem Zusammenhang auf die vom Waldbesitzerverband Mecklenburg-Vorpommern mit dem Schweriner Landwirtschaftsministerium vor wenigen Tagen unterzeichnete Erklärung unter dem Motto „Wald neu denken - Wald neu lenken“. Ziel dieser Initiative sei es, die Ökosystemleistungen zu definieren, etwa den Artenschutz, die Erholung, die Holznutzung oder den Klimaschutz, und diese dann zu bewerten.

Der Vorsitzende des Waldbesitzerverbandes Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Ivo von Trotha, stellte fest, dass die Holznutzung die Kosten der Waldeigentümer nicht mehr decken könne. Angesichts der aktuellen Krise und des vielfältigen Beitrags der Waldeigentümer für die Gesellschaft müsse ein neues Verteilungsmodell entwickelt werden.

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