Bundesregierung besorgt

Waldschäden nehmen weiter zu

Die Waldschäden nehmen immer weiter zu. Die Regierung prüft jetzt, ob und welche Mittel Waldbesitzer für bestimmte Ökosystemleistungen von der Bundesregierung bekommen.

Die Bundesregierung teilt mit, dass die Waldschäden aufgrund des Klimawandels seit Jahren steigen. In einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der CDU/CSU-Fraktion heißt es, dass der Anteil der Bäume mit deutlicher Kronenverlichtung 2010 noch rund 23 % betragen habe, im Jahr 2020 seien es schon 35 % gewesen. Besonders betroffen seien Fichten (40 % aller Bäume) und Buchen (48 % aller Bäume).

Im Zeitraum von 2011 bis 2021 habe die Bundesregierung im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK) in Zusammenarbeit mit den Ländern einen maßgeblichen Beitrag geleistet, „um die akuten Schäden im Wald zu bewältigen, geschädigte Wälder wieder zu bewalden sowie die Wälder in Deutschland in ihrer Anpassungsfähigkeit an den Klimawandel insgesamt zu stärken“, heißt es weiter in der Antwort.

Viel Geld in die Hand genommen

Für waldbezogene Maßnahmen seien in dem Zeitraum insgesamt rund 547 Mio. € Bundesmittel ausgegeben worden. Die Daten für das Jahr 2021 lägen noch nicht vor.

Zusätzlich habe die Bundesregierung über das Konjunktur- und Krisenbewältigungspaket insgesamt 700 Mio. € für Maßnahmen zum Erhalt und zur nachhaltigen Bewirtschaftung der Wälder über die Bundeswaldprämie und das Investitionsprogramm Wald sowie für die Bereiche Modernisierung der Holzwirtschaft und zur stärkeren Nutzung des Baustoffs Holz bereitgestellt. Im Rahmen der Bundeswaldprämie von Oktober 2020 seien bis zum 27. Dezember 2021 Mittel in Höhe von 394 Mio. € an 109.479 Antragsteller ausgezahlt worden.

Wie geht es jetzt weiter?

Aus Sicht der Bundesregierung solle den Empfehlungen der Bund-Länder-Arbeitsgruppe Forstgenressourcen und Forstsaatgutrecht (BLAG-FGR) gefolgt werden. Nach den Empfehlungen der BLAG-FGR sollen in einem ersten Schritt seltene heimische Baumarten wie Hainbuche, Winter-Linde, Spitz-Ahorn, Flaum-Eiche, Elsbeere sowie europaheimische Baumarten wie die Nordmann-Tanne, Orient-Buche, Baumhasel und auch die außereuropäische Atlas-Zeder angepflanzt werden. Die Empfehlungen der BLAG-FGR sollen im Zusammenhang mit dem Koalitionsvertrag nochmals überprüft werden.

Ob und welche Mittel Waldbesitzer für bestimmte Ökosystemleistungen von der Bundesregierung honoriert bekommen, werde derzeit von der Regierungskoalition überprüft.

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Waldbesitzerverband fordert Mindestlohn für den Wald

Dr. Irene Seling

Dr. Irene Seling (Bildquelle: AGDW)

„Der Wald ist ein zentraler Schlüssel für die Erreichung der Klimaschutzziele durch die neue Bundesregierung“, sagte am Dienstag Dr. Irene Seling, Hauptgeschäftsführerin der AGDW – Die Waldeigentümer, anlässlich der Vorstellung der Eröffnungsbilanz zum Klimaschutz durch Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck.

„Um die Klimaschutzleistung der Wälder in Zeiten von Extremwetterereignissen erhalten zu können, brauchen wir einen Mindestlohn für den Wald.“

Die Hauptgeschäftsführerin begrüßte die ambitionierten Vorhaben im Bereich der Energiewende, die der Minister heute vorgestellt hatte. Diese könnten dem Klimaschutz in Deutschland neuen Schwung verleihen. Dr. Irene Seling: „Dafür wird es höchste Zeit, da der CO2-Ausstoß für die Katastrophe in unseren Wäldern verantwortlich ist.“

Um diese Krise in den Wäldern zu bewältigen, sind die rund zwei Millionen privaten Waldbesitzenden wie auch die kommunalen und körperschaftlichen Waldeigentümer die wichtigsten Verbündeten. Schließlich stemmen sie mit ihrer nachhaltigen Waldwirtschaft und -pflege den klimaresilienten Waldumbau.

Dafür jedoch braucht es eine dauerhafte Honorierung der Klimaschutzleistung des Waldes aus dem Klima- und Transformationsfonds, in den die CO2-Emittenten einzahlen. „Ein Mindestlohn für den Wald sorgt dafür, dass die Waldbesitzenden sich weiterhin um den klimastabilen Waldumbau kümmern können“, so Dr. Irene Seling.

Im Koalitionsvertrag haben die Ampel-Parteien eine Honorierung der Klimaschutzleistung der Wälder bereits angekündigt, und auch die Partei Bündnis 90/Die Grünen benennt die naturnahen Wälder als die besten Verbündeten für den Klimaschutz.


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