Waldbauern

Weihnachten bald ohne Tanne?

Anlässlich der Übergabe des Weihnachtsbaumes an den Landtag NRW hat Waldbauernpräsident Dr. Philipp Freiherr Heereman auf die dramatische Lage der Wälder aufmerksam gemacht

Der Waldbauernverband NRW hat dem Landtagspräsidenten und den Abgeordneten den traditionellen Weihnachtsbaum für die Eingangshalle des Düsseldorfer Landtags übergeben. Dabei erinnerten die Waldbauern nochmals an die schwierige Situation des heimischen Waldes und der 150.000 Waldeigentümer Nordrhein-Westfalens.

So stellte der Vorsitzende des Waldbauernverbandes, Dr. Philipp Freiherr Heereman, fest, dass der Wald durch den Klimawandel in ernster Gefahr ist. Die Dürrejahre 2018 und 2019 hätten gezeigt, dass große Bereiche der Wälder eben nicht mehr gesund sind, sondern absterben. Unsere heimischen Wälder werden sich grundlegend verändern müssen.

Heereman: "Die Geschwindigkeit des menschengemachten Klimawandels kennt die Natur nicht. Die bereits heute gemessene Erderwärmung gibt unseren Wäldern wenig Chancen, sich auf natürlichem Wege langsam an ein neues Klima anzupassen. Da uns ersichtlich die Zeit weggelaufen ist und ein Urwald Jahrhunderte bräuchte, müssen wir unsere Wälder aktiv zu klimaresilienten Wäldern umbauen. Dies ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Privatwaldbesitzer alleine können diese Aufgabe nicht stemmen!"

Viel Verständnis zeigten die Abgeordneten für die Lage des Waldes und der privaten Forstbetriebe und wiesen auf die bereits zugesagten Hilfspakete und Maßnahmenkonzepte hin. Der Waldbauernvorsitzende bedankte sich für die bisher geleistete und noch zugesagte Unterstützung und mahnte gleichzeitig an, dass trotz vieler Versprechungen noch viel zu wenig Hilfe auf der Fläche ankomme. Auch sei nicht alles nur eine Frage finanzieller Unterstützung. Es sei ein Umdenken erforderlich. Als Beispiel nannte Heereman, dass angesichts der schwerwiegenden Waldschäden infolge des Klimawandels die Verkehrssicherung an Straßen und Schienen durch Waldbesitzer gar nicht mehr leistbar ist. Auch hier müsse die Gesellschaft neue Antworten im Klimawandel finden.

"Ist denn auch der Weihnachtsbaum künftig gefährdet?", wollte ein Abgeordneter wissen. "Müssen wir die heimischen Weihnachtsbäume auf die Rote Liste setzen?" Hier beruhigte der Waldbauernvorsitzende: "Der Anbau der Weihnachtsbäume scheint im Augenblick noch zu klappen. Die Tannen haben tiefe Wurzeln, die ihnen auch in Trockenzeiten helfen, an Wasser zu gelangen. Das ist auch für unsere Wälder das wichtigste Prinzip: Wir müssen unterschiedliche Bäume pflanzen, die aufgrund ihrer Beschaffenheit mit Trockensituationen, wie sie der Klimawandel mit sich bringt, zurechtkommen. Es bedarf unser aller Anstrengung, wenn wir morgen nicht nur Weihnachtsbäume, sondern auch weiterhin Wälder haben wollen, die alle gesellschaftlichen Funktionen wie bisher erfüllen können."

Landtag NRW (Bildquelle: Bernd Schälte, Landtag NRW )

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Weihnachtsbaumpreise nahezu stabil

Die Preise für Weihnachtsbäume sind in diesem Jahr gegenüber 2018 nahezu stabil. Das teilt der Bundesverband der Weihnachtsbaum- und Schnittgrünerzeuger (BVWE) mit. Nordmanntannen würden in dieser Saison je nach Qualität pro Meter wieder zwischen 19 Euro und 24 Euro kosten, Blaufichten 10 Euro bis 16 Euro und Rotfichten 6 Euro bis 10 Euro. Die Angebotsmenge sei gegenüber dem Vorjahr ebenfalls weitgehend unverändert.

Deutschlandweit produzierten insgesamt etwa 2.000 Erzeuger Weihnachtsbäume auf zusammen 25.000 ha.

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Albert Maier

Man kann sie nicht mehr hören...

... die alte Leier vom Waldsterben. Fakt ist, dass es noch nie in der Geschichte soviel Wald gab wie heute! Bald keine Weihnachten ohne Tanne-blanke, dämliche Polemik.

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