Waldschäden

Wissenschaftler kritisieren Waldstrategie des Bundes

Ein großflächiges Aufräumen im Wald soll erhebliche negative Auswirkungen auf die Vielfalt der von Totholz abhängigen Insekten haben, warnen Wissenschaftler.

Das großflächige Aufräumen und Aufforsten des geschädigten Waldes als Strategie gegen das Waldsterben 2.0 ist bei Wissenschaftlern der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg auf Kritik gestoßen.

In einem im September im Fachmagazin „Science“ erschienen Artikel plädieren Waldökologe Dr. Simon Thorn und zwei weitere Wissenschaftler der Uni Würzburg für alternative Lösungen. Die auch von der Bundesregierung getragene Politik des Aufräumens und Aufforstens dürfte „ausgedehnte, gleichmäßige Waldbestände schaffen, die für die Auswirkungen des Klimawandels weiterhin besonders anfällig sind“, erläuterte Thorn. Deutschland sollte deshalb seine strategischen und finanziellen Anstrengungen zur Schaffung eines nachhaltigeren Waldsystems überdenken.

Um der stetigen Abnahme der biologischen Vielfalt bis hin zum Aussterben vieler Pilze und Insekten vorzubeugen, schlagen die Ökologen vor, Totholz nicht restlos zu entfernen und nicht im großen Stil wiederaufzuforsten. Ein großflächiges Aufräumen im Wald hat laut Thorn erwiesenermaßen erhebliche negative Auswirkungen auf die Vielfalt der von Totholz abhängigen Insekten. Das kollidiere mit den Zielen des Regierungskoalitionsvertrags, das Insektensterben zu stoppen. Stattdessen müssten öffentliche Zuschüsse auch darauf abzielen, Totholzstrukturen zu erhalten.

Natürliche Störungen wie Stürme, Borkenkäferausbrüche und Dürreschäden ermöglichten, dass auf den entstehenden Lichtungen unterschiedlichste einheimische Baumarten nachwüchsen. Den Wissenschaftlern zufolge erhöht das die Widerstandsfähigkeit eines Waldes gegen extreme Wetterereignisse. Im Gegensatz dazu führe eine schnelle Wiederaufforstung zu dichten, gleichaltrigen Baumgruppen, die sehr anfällig gegenüber Wetterereignissen und Schädlingen seien.

Die Subventionen für die Forstwirtschaft sollten besser eine vielfältige Baum- und Altersstruktur sowie zeitweilig existierende Lichtungen fördern. Diese Strategie käme wirtschaftlich wichtigen Baumarten und stark bedrohten Insekten gleichzeitig zugute, so die Waldökologen.

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Diskussionen zum Artikel

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von Norbert Scheppach

Bleiben wir bei den Kernaussagen...

1. der heutige Wald ist nicht vorbereitet für den Klimawandel 2. Die Bäume sind anfällig gegenüber Borkenkäfer und anderen Krankheiten (wie immer bei Monokulturen trifft es dann gleich den ganzen Wald 3. Ein stabiles Ökosystem braucht Vielfalt 4. ein stabiles Ökosystem ist wahrscheinlich auch flexibel genug gegenüber Anforderungen durch den Klimawandel 5. dadurch ergeben sich mittelfristig auch ökonomische Vorteile (man überlegt den Wandel ggf.) 6. stabiles Ökosysteme sind gegenüber Totholz unemfplindlicher und können sich wahrscheinlich schneller regenerieren. 7. Ökonomisch ist das mit Einbußen und Mehraufwand verbunden. Das sollte der Bund temporär ausgleichen (mit der Zielsetzung, klimastabiliserende langfristig wirkende Bewaldung zu erzeugen)!

von Erwin Schmidbauer

Schlaumeier in ihren Büros

Über die Gefahren des Totholzes im Wald haben sich diese Leute auch keine Gedanken gemacht. Auch das wissen über den Zielkonflikt zwischen Wald als Wirtschaftsfaktor und als Okologiefaktor scheint bei diesen staatlich alimentierten Akademikern nicht ausgeprägt zu sein.

von Wilhelm Grimm

Die Borkenkäfer feiern Orgien

und die Grünen sind glücklich.

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