Reportage/Waldumbau

Würzburg: Naturnaher Wald mit Küstentanne Premium

Kann die Küstentanne helfen, die aufkommende Nadelholzlücke zu schließen? Die Förster des Juliusspitals in Würzburg haben Erfahrung mit dieser Baumart in einem naturnahen Wald.

Wir müssen und wollen hier Geld mit dem Wald verdienen. Und das in einem naturnahen Waldbaukonzept. Die Küstentanne hat darin einen festen Platz“, erklärt uns Matthias Wallrapp. Der 41-jährige Unterfranke ist Diplom-Forstingenieur und seit 2005 als Betriebsleiter für das Juliusspital in Würzburg tätig. Zusammen mit einem Forsttechniker und fünf Forstwirten kümmert er sich um die insgesamt 3360 ha Waldfläche der Stiftung, die übrigens PEFC- und FSC-zertifiziert ist.

Das Juliusspital wurde 1576 vom Würzburger Fürstbischof Julius Echter gestiftet und ist heute einer der größten Waldbesitzer in Bayern. Zur Stiftung gehören außerdem ein landwirtschaftlicher Betrieb mit 1000 ha und ein Weingut mit 180 ha Rebfläche. Seit der Gründung bis heute dienen die Erträge karitativen Zwecken.

Bei unserem Treffen in Hammelburg beschreibt uns Matthias Wallrapp zunächst die Standortfaktoren. Die Waldflächen auf den Buntsandstein-Verwitterungsböden liegen in einem warmtrockenen Klima mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von bis zu 9°C (10,5 im Jahr 2018). Der Niederschlag bewegt sich zwischen 650 und 800 mm pro Jahr (450 mm im Jahr 2018).

Ja zum Nadelholz

Die Hauptbaumart hier in der Rhön ist die Buche. Buche und Eiche machen drei Viertel der Baumarten im Spitalwald aus. „Wir wollen unseren Nadelbaumanteil vor allem aus wirtschaftlichen Gründen unbedingt bei den jetzigen 25% halten.“

Das ist durchaus ein interessanter Ansatz, wo derzeit alle den Waldumbau und Laubbauarten propagieren. Für Matthias Wallrapp ist das überhaupt kein Gegensatz. Er wirtschaftet nach den ANW-Prinzipen für einen naturnahen, stabilen Wald und da gehören für den Franken auch Nadelbaumarten wie die Weiß- und die Küstentanne dazu. Vor allem die Küstentanne passt seiner Ansicht nach gut zur allgegenwärtigen Buche hier. Die Douglasie hat dagegen unter den örtlichen Bedingungen nur begrenzte Chancen, sich durchzusetzen.

Auch im Jahr 2018 konnte sich die Küstentanne gut behaupten. Sie erträgt längere Trockenperioden. Matthias Wallrapp sieht ihren Schwerpunkt auf leichteren, durchlässigen Böden. Schwieriger wird es bei höheren Tonanteilen und Staunässe. Dann steigen die Anfälligkeiten für Windwurf und vor allem für Hallimasch. Der Pilz ist der wichtigste Risikofaktor für die Küstentanne und kann bis zum...

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Artikel geschrieben von

Guido Höner

Chefredakteur top agrar

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Diskussionen zum Artikel

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von Erwin Schmidbauer

Küstentanne und üppige Naturverjüngung. Ich höre gewisse Gruppen schon von "invasiven Arten" sprechen, die man nicht haben will. Gerade die "Parteien der Toleranz" sind im Natur- und Umweltschutz bemerkenswerterweise sehr intolerant.

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