Molkereien

Kärntnermilch erhöht den Bauernmilchpreis

Wie zuletzt schon die SalzburgMilch geht nun auch die Kärntnermilch in Vorleistung gegenüber ihren Lieferanten und erhöht mit Juni die Erzeugermilchpreise. Ob der LEH mitzieht und die Mehrkosten der Produktion endlich besser abgeltet, bleibt indes offen.

Die Kärntnermilch erhöht rückwirkend mit 1. Juni ihre Erzeugermilchpreise. Für konventionelle GVO-freie Milch gibt es eine Erhöhung um 2 Ct/kg, bei der Biomilch um 0,5 Ct/kg - jeweils netto.

Damit wird die Milchpreissenkung vom März wieder kompensiert. "Wir müssen trachten, die Mehrkosten unserer Lieferanten besser abzudecken. Ansonsten werden noch mehr Milchbauern aufhören. Daher hat sich die Molkereileitung bei der dieswöchigen Sitzung zur Erhöhung entschlossen", so Molkereidirektor Helmut Petschar gegenüber top agrar.

Im Gegenzug hoffen die Kärntnermilch-Verantwortlichen, dass der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) seinen Sonntagsreden auch Taten folgen lässt und die Mehrkosten in der Milchproduktion endlich besser entlohnt. Schon die SalzburgMilch hatte im Zuge ihrer Preiserghöhung einen ähnlichen Appell an den LEH gerichtet.

Ob die Supermarktketten ein Einsehen haben, wird sich zeigen. Unter den Bauern jedenfalls gärt es gewalltig. Nach den Dumpingpreisen bei Butter wird seit Wochen auch mit Grillfleisch geschleudert. Neuerliche "Besuche" bei den LEH-Zentrallagern sind nicht ausgeschlossen, ventilierte die Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter (VÖM) bereits vor einem Monat.