Burn-out

Erschöpfung, Überlastung, Leere: Der eigentlich erfüllende und sinnstiftende Beruf „Landwirt“ ist für viele zum Krafträuber geworden. Warum ist das so? Wir haben bei Betroffenen, Beratern und einer Psychologin nachgefragt.

Unbeirrbar und beharrlich; daran gewöhnt, Krisen zu wuppen – ob sie nun das Wetter, die kaputte Maschine oder andere Notfälle betreffen. Das ist nicht nur das Selbstbild vieler Landwirte, sondern auch die Wahrnehmung anderer. Studien zeigen zudem: Die Gefahr, im Beruf auszubrennen, ist geringer, wenn die Arbeit als selbstbestimmt und sinnstiftend erlebt wird. Also – eigentlich müsste es den Landwirten und Landwirtinnen gut gehen, bietet ihr Beruf doch viele Aspekte, die vor Burn-out schützen.

Die Zahlen sagen etwas anderes. Psychische Erkrankungen liegen in der Branche auf Platz zwei der Ursachenstatistik zu Krankheitsausfällen. Auch Berater der ländlichen Familienberatungen bestätigen: Bei vielen Konflikten, die sie betreuen, ist mindestens eines der Familienmitglieder an Burn-out erkrankt.

Es ist alles Zu viel

Gründe für chronischen Stress gibt es in der Landwirtschaft reichlich: Darunter die angespannte finanzielle Situation auf vielen Höfen, verursacht durch schlechte Preise und hohe Verbindlichkeiten. Ein großes Arbeitspensum ist oftmals Standard. Auch die enge Verflechtung von Familie und Betrieb kann in Konfliktsituationen zur Doppelbelastung werden. So weit, so bekannt.

Neu hinzugekommen sind in den letzten Jahren steigende gesellschaftliche Anforderungen. Eine Beraterin, die anonym bleiben möchte, hat beobachtet, dass die fehlende Wertschätzung für ihre Arbeit gerade konventionelle Landwirte sehr belastet. „Es grenzt an...