Erfahrungsbericht - „Ich bekomme einen Migräne-Anfall!“

Was während eines Migräne­anfalls in der betroffenen Person vorgeht, ist für das Umfeld schwer zu verstehen. Eine betroffene Bäuerin berichtet.

Plötzlich sehe ich nur noch Blitze vor meinen Augen. Es geht wieder los – das Gewitter in meinem Kopf. Fluchtartig verlasse ich den Melk­stand, rufe meiner Schwiegermutter noch kurz zu, dass „es“ wieder so weit ist. Zum Glück wissen inzwischen alle auf dem Hof über meine Krankheit Bescheid – obwohl ich nicht gerne darüber rede. Denn jeder Anfall bedeutet für mich, einen körperlichen Aussetzer zu haben. Ich habe mich dann selbst kaum noch im Griff – und schäme mich dafür.

Schon von Kindesbeinen an:

Ich war etwa 10 Jahre alt, als ich die ersten Migräne-Anfälle hatte. Zunächst sorgten meine körperlichen Aussetzer für Ratlosigkeit. Ein Neurologe diagnostizierte dann: Migräne mit Aura – eine besonders schwere Form, bei der sich die eigentlichen Kopfschmerzen mit Sehstörungen oder einem Taubheitsgefühl in Armen, Beinen oder dem Gesicht ankündigen. Ich habe beides. Die Sehstörungen, bei denen es bunte Punkte und Blitze unmöglich machen, zu lesen oder Dinge genau zu erkennen. Und das Kribbeln. Meist zunächst in den Händen oder den Armen, dann zieht es seine Bahn durch meinen kompletten Körper. Von den Armen in die Beine, ins Gesicht und in die Zunge. Das führt dazu, dass ich kaum noch sprechen kann....